Im Tauchparadies um Sipadan und Mabul

Von Johannesburg, Südafrika fliegen wir über Abu Dhabi nach Kuala Lumpur, Malaysia. Das wird wieder eine lange Reise. 8 Stunden Flug, 5 Stunden in Abu Dhabi, 7 Stunden Flug. Und viel Zeit am Flughafen…

Upgrade

Als wir in Abu Dhabi beim Boarding sind, sagt uns die Frau am Schalter, dass wir ein Upgrade zur Business Class erhalten. Wir sind total aus dem Häuschen 🙂 Sobald wir sitzen, bekommen wir einen Champagner – einen richtigen Champagner! Man kann liegen, die Sitze haben Massagefunktionen und es gibt eine unglaubliche Auswahl an Getränken und Essen, eine richtige Kuscheldecke und ein Kissen! Wir sind im Dilemma: sollen wir schlafen oder geniessen? Im letzten Flug (über Nacht) haben wir nur ca. 2 Stunden geschlafen. Dieser Flug ist ein Tag-Flug. Aber hey, wir haben sozusagen ein Bett…

 

Ankunft in KL

In Kuala Lumpur erwarten uns mitten in der Nacht feuchtwarme 28 Grad. Asien wie wir es lieben. Es ist ein wahnsinnig schönes Gefühl zurück zu sein. Wir bleiben für zwei Nächte, einfach weil es hier so schön ist und Michis Lieblingscoiffeur sich hier befindet 🙂

Reise nach Semporna

Von Kuala Lumpur fliegen wir nach Tawau, Borneo. Unser Ziel ist die Insel Mabul bei Sipadan. In Tawau angekommen nehmen wir ein Taxi zum Hafen von Semporna. Auf dem Weg fahren wir durch kleine, sehr arme Dörfer, am Strassenrand liegt sehr viel Abfall. Kein schönes Bild.

Überfahrt nach Mabul

In Semporna fahren keine regulären Fähren, resp. alle sind komplett ausgebucht durch die Einheimischen, welche auf die Insel Borneo möchten, da heute Wahltag ist. In Malaysia wird der Premierminister gewählt. Um wählen zu gehen haben fast alle frei und müssen persöndlich auf das Amt, um ihre Stimme abzugeben.

Der Besitzer unserer Unterkunft Spheredivers Scuba & Leisure versucht für uns doch noch ein Boot zu finden, welches uns nach Mabul bringt. Schliesslich bleibt uns nichts anderes übrig, als ein privates Boot zu chartern. In einer 40-minütigen Fahrt, vorbei an Seenomadendörfern mitten im Meer, bringt uns der Bootsfahrer zu unserer Unterkunft. Ein Stelzenhaus auf dem Wasser, sehr einfache Zimmer, Süsswasser gibt es nur zum Trinken (zum Zähneputzen gönnen wir uns auch ein Schluck Trinkwasser). Uns gefällts super, auch wenn der Preis pro Nacht mit 65 USD eher hoch ist. Dafür ist das Tauchen umso günstiger.

Im Tauchparadies

Habe ich schon erwähnt wie kristallklar hier das Wasser ist? Man sieht bis auf den Grund! Immer wieder fahren die Einheimischen mit ihren Ruderbooten vorbei und bieten frischen Fisch, Muschel oder Krebse zum Kauf an. Ich glaube wir sind die einzigen Gäste hier, also buchen wir gleich einen Tauchgang für später.

Das Tauchen hier um Mabul ist sehr schön mit vielen farbigen Korallen, fischreich und auch sehr gut für Makro-Diving, die Suche nach den kleinen Lebewesen unterwasser.

 

Die Insel Mabul

Nach dem Morgentauchgang machen wir einen kleinen Spaziergang auf der Insel Mabul. Zuerst müssen wir über einen Steg zum Festland gehen. Ich bin mir nicht sicher wie lange dieser Steg noch hält, aber es scheint zu funktionieren…

An Land bin ich überrascht, hier gibt es “Restaurants”, in welchen wohl eher die Einheimischen speisen, wie auch einige kleine Shops und Souveniershops! Wir gehen durch das Dorf. Im Vergleich zu Südamerika wären das hier die “Slums”, nur dass wir hier ohne Bedenken durchspazieren können. Das mag ich so sehr an Asien, wir können uns frei bewegen ohne Angst zu haben.

Abfall überall

Am Strand und zwischen den Bäumen allerdings liegt überall Plastik, es ist grässlich. Und das Traurige ist, dass die Menschen hier einfach nicht damit umgehen können. Sie sind sich gewohnt alles einfach liegen zu lassen, da früher alles kompostierbar war. Die Aufklärung fehlt und alles ist in Plastik verpackt.

So schön das Wasser und das Leben auf den Stelzenhäusern auch ist, so traurig ist die Realität mit dem Plastik. Vorallem hier, in Asien…

Die alte Ölbohrplattform, Seaventures Dive Rig

Heute wechseln wir die Location. Die nächsten drei Nächte sind wir auf einer alten Ölplattform, welche zu einer Unterkunft und Tauchplattform umgebaut wude – das Seaventure Dive Rig. Eine spezielle Atmosphäre, schöne, kleine Zimmer, ein Sonnendeck mit Liegestühlen, Buffet-Mahlzeiten und täglich 3 Tauchgänge mit Guide und unbeschränkte Allein-Tauchgänge am Hausriff sind im stolzen Preis inbegriffen.

Weshalb wir dieses teuere Unterkunft ausgesucht haben? Um nach Sipadan fahren zu dürfen. Sipadan soll DAS Tauchparadies sein, nur wurde die Insel vor einigen Jahren gesperrt und niemand darf mehr dort leben. Wenn man mehrere Nächte bei einem Diveresort in Mabul ist hat man die Möglichkeit für einen Tag um Sipadan zu tauchen. Nun sind wir also hier.

Heute machen wir einen Tauchgang unter dem Rig, da wo wir später auch ohne Guide tauchen gehen dürfen. Danach folgt ein Tauchgang bei der Insel Mabul.

 

Ein kurzer Ausflug in die Unterwasserwelt für Nichttaucher…

Ich möchte euch hier kurz das Tauchen erklären und warum es uns so sehr gefällt. Unterwasser ist es wunderschön, es ist ruhig, niemand spricht. Man hört seinen eigenen Atem und das Blubbern der aufsteigenden Luftblasen, manchmal hört man ein Knacken wenn Fische oder Schildkröten etwas an einem Riff abbrechen und fressen. Man schwebt umher und geniesst die Farben und Tiere (wenn es ein einfacher Tauchgang ohne Strömung ist). Ich liebe dieses schwerelose Gefühl und die Ruhe…

Und jetzt stellt euch eine chinesische Reisegruppe vor – jeder kennt sie: sie kommen in Gruppen, sind laut und überall, sie “wuseln” nervös umher und machen Fotos von einfach allem… Und genau diese gibt es auch beim Tauchen.

Wir haben dieses Mal eine 6er Gruppe: Michi, ich und vier Chinesen. Drei der Chinesen schwaddern umher als hätte man sie zum ersten Mal ins Wasser geworfen (jedoch seien alle qualifizierte und fortgeschrittene Taucher). Sobald etwas spezielles gesichtet wird, stürzen sich alle auf das Tier, um es zu sehen und schlagen dabei mit Hände und Flossen um sich.

Wir halten lieber Abstand, um nicht getroffen zu werden, die Ruhe und das was wir am Tauchen so schätzen und lieben ist für heute gestrichen. Wir schauen uns immer wieder an und fragen uns: was machen die da???

Wir tauchen allein

Nach den heutigen, eher nicht so ruhigen Tauchgängen beschliessen wir am Abend noch einen Nachttauchgang unter dem Rig zu machen. Eine spezielle Erfahrung, da wir das erste Mal ohne Guide tauchen und dann noch bei Nacht.

 

Nun stehen wieder 3 Tauchgänge um Mabul und Kapalai an. Unsere Tauchgruppe bekommt zuwachs und so werden wir in zwei Gruppen eingeteilt, die Chinesen und die nicht Chinesen – ein entspannter Tauchtag für uns.

Wir entscheiden uns am Nachmittag, bei Tageslicht, nochmals ohne Guide unter dem Rig zu tauchen. Ich finde wir machen das ganz gut. Wir finden sogar einen Froschfisch, was nicht ganz einfach ist, da diese sich gut verstecken und aussehen wie die Korallen.

Sipadan

Endlich, heute ist der Tag an welchem wir nach Sipadan zum Tauchen dürfen. Die Insel Sipadan wurde vor einigen Jahren geschlossen und darf nun täglich von maximal 120 Personen besucht werden (nur einige Tauchschulen besitzen die Lizenz, um hier zu tauchen und dazu muss man als Gast noch eine Zusatzgebühr bezahlen). Um 06:00 Uhr fahren wir los um die ersten drei Tauchgänge durchzuführen.

 

Auf die Insel Sipadan dürfen wir nur zwischen den Tauchgängen, um die Oberflächenintervalle zu versüssen. Wir durfen nur den angezeigten Bereich betreten, denn nun befindet sich auf der Insel eine “geheime” Militärbasis.

Das Tauchen hier ist wirklich wunderschön, die Korallenriffe sind schön farbig, alles lebt und vorallem findet man hier keinen Plastik! Wir sehen unzählige Fische, Riffhaie und Schildkröten. So beschliessen wir am Nachmittag nochmals zwei Tauchgänge anzuhängen und wir bereuen diese Entscheidung nicht. 5 Tauchgänge an einem Tag, das haben wir noch nie gemacht. Erschöpft und zufrieden schlafen wir heute ein 🙂

Zurück nach Mabul

Bevor wir das Rig heute verlassen, dürfen wir nochmals 3 Tauchgänge um Mabul durchführen. Nach dem Tauchen bringt uns die Crew nach Mabul, wieder in die Spheredivers Lodge. Dieses Mal sind wir nicht alleine, somit ist es hier nicht mehr ganz so ruhig wie beim letzten Mal. Wir entscheiden uns am nächsten Tag nochmals 2 Tauchgänge zu machen.

Den letzten Tag auf der Insel ruhen wir uns aus, die Tauchtage waren sehr anstrengend. Mabul, Kapalai und Sipadan sind wunderschöne Inseln und perfekt zum Tauchen oder Schnorcheln. Auch wenn es für meinen Geschmack durch die vielen chinesiaschen Touristen etwas zu unstrukturiert und wild wird. Leider gibt es auch hier unglaublich viel Plastik an Land wie auch später im Meer, was mich täglich traurig gestimmt hat.

Mit dem Flieger geht es für uns zurück nach Kuala Lumpur, wo wir wieder einen kurzen Stopp einlegen, um unsere Kleidung zu waschen bevor wir weiterreisen.

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