Auf Safari im Greater Kruger Nationalpark

Von St Lucia aus fahren wir mit unserem Mietauto in 6 Stunden nach Mbombela. Die Strassen sind gut und abgesehen vom Linksverkehr schön zu fahren. In Mbombela bleiben wir für eine Nacht in der Bavaria Guest Lodge, wo wir sehr nett empfangen werden. Durch einen kleinen Garten kommen wir zu unserem Zimmer. Ich verliebe mich sofort in die Unterkunft, denn hier stimmt einfach alles. Sogar eine dicke Katze wartet vor unserem Zimmer und möchte hinein. Wir fühlen uns wie zu Hause. Das Frühstück, welches die Besitzerin selber zubereiter, ist sehr lecker.

Die Tshukudu Game Lodge

Nach weiteren 2.5 Stunden Autofahrt erreichen wir unser Ziel: das Tshukdu Game Reserve in Hoedspruit. Es gibt den Kruger Nationalpark, in welchem man selbständig Fahren darf und die privaten Game Reserves, hier darf man nur mit Touren durch den Park. Das ganze Gebiet heisst Greater Kruger Nationalpark. Wir sind für die nächsten zwei Nächte in der Tshukudu Game Lodge untergebracht.

 

Zusammen mit der Übernachtung und drei Mahlzeiten haben wir zwei Morning Bushwalks und zwei Abend Game Drives gebucht. Wir werden auch hier sehr nett empfangen und dürfen gleich ans Mittagsbuffet, danach können wir unser Zimmer beziehen. Das Zimmer ist sehr gross, alles sauber und wunderbar. So ein grosses schönes Zimmer hatten wir schon lange nicht mehr 🙂

Der erste Game Drive

Um 15:30 Uhr geht es auch schon los mit unserer ersten Safari hier. Zuerst erhalten wir eine schlechte Nachricht: gestern haben die Elefanten den Zaun zerstörrt und sind abgehauen, wir hoffen sie kommen zurück. Dann auch noch eine gute: die Lodge hat drei Cheetahs (Geparde) grossgezogen und sie danach wieder in den Park ausgesetzt, das heisst sie sind nun halb-wild. Sie kommen hin und wieder beim Camp vorbei um “Hallo” zu sagen, suchen sich ihr Fressen aber selbständig im Park. Da sie sich an Menschen gewöhnt sind, kann man nah an die Tiere. In Anwesenheit eines Rangers oder eines Angestellten kann man sie sogar streicheln, wenn man möchte.

 

Kaum beginnt die Safari, bekommt unser Ranger Sam über Funk die Info, dass die Elefanten wieder zurück sind. Natürlich möchten wir sie sofort suchen. Keine fünf Minuten später beginnt es zu regnen. Die nächsten drei Stunden regnet, donnert und blitzt es! Wir finden fast keine Tiere, da diese den Regen auch nicht mögen. So müssen wir uns mit ein paar Zebras, Schildkröten und Giraffen für heute zufrieden geben. Nach langen drei Stunden und total durchnässt – der Jeep hat kein Dach und die Regenjacke musste als Schutz für die Kamera hinhalten – kommen wir bei der Lodge an. Beim Abendessen besprechen wir mit Sam das Programm für morgen und buchen eine zusätzliche Safari dazu. Wir möchten mindestens noch Löwen, Leoparde und Elefanten sehen… 🙂

Morgendlicher “Bush Walk”

Um 06:00 Uhr beginnt der “Bush Walk”, welchen wir zu einem frühen Morgen-Drive umgewandelt haben. Wir suchen das halb wilde Cheetahweibchen. Da die Cheetahs von Menschen aufgezogen wurden, tragen sie einen Peilsender, so kann lokalisiert werden, wo sie sich aufhalten. Das macht aber die Suche nur bedingt einfacher, denn es sind immer noch wilde Tiere. Hinzu kommt, dass Cheetahs die schnellsten Tiere der Welt sind.

So finden wir sie nicht auf Anhieb, dafür sehen wir eine Giraffen-Herde, welche alle in eine Richtung schauen. Zusammen mit den Spuren am Boden ein sicheres Zeichen für Löwen. Leider verstecken sie sich im Busch und wir können sie nicht sehen, da wir mit dem Auto nicht hinein fahren können und auch nicht aussteigen dürfen. Also fahren wir zu einem anderen Camp im Park. Hier finden wir das Cheetahweibchen. Wir dürfen aussteigen und mit ihr ein wenig durch den Park spazieren. Es scheint, als geniesse sie unsere Anwesenheit. Ein schönes Gefühl solch ein Tier so nahe zu sehen.

 

Nach dem Frühstück startet die zweite Safari. Leider finden wir ausser zwei kämpfenden Giraffen nichts Spezielles. Immer noch keine Löwen, Elefanten und erst recht keinen Leopard.

Auf der Abendsafari sind wir die einzigen Gäste, wir fahren zu einem Wasserloch. Hier finden wir zwei Krokodile beim Jagen. Sie warten am Wasserrand auf ein durstiges Tier, jedoch sind wir die einzigen, die in die Nähe kommen. Beim nächsten Wasserloch haben wir Glück und sehen ein Nashorn mit ihrem Jungen. Der Mutter wurde das Horn von einem Tierarzt abgeschnitten, damit sie deswegen nicht Wilderern zum Opfer fällt. Nicht die optimale Lösung, aber immerhin wird das Nashorn so nicht getötet. Unglaublich, dass es um all diese Nationalpärke Zäune braucht, um die Tiere zu schützen. Gäbe es diese Zäune nicht, würden wohl viel mehr Tiere von Menschen sinnlos getötet werden.

Die Elefanten wurden gesichtet

Über Funk teilt uns ein anderer Ranger mit, dass er die Elefanten am gleichen Ort gesehen hat, wo wir heute Morgen das Cheetahweibchen gefunden haben. Leider ist das auf der anderen Seite des Parks. Wir machen uns auf den Weg und hoffen die Elefanten bleiben noch ein wenig da. Auf dem Weg versperrt uns eine Büffelherde von etwa 80 Büffeln, welche zum Wasserloch möchte, den Weg.

 

Als wir beim Zaun am anderen Ende des Parks ankommen, sehen wir sie endlich: die Elefanten. Eine Mutter, zwei jüngere Elefanten und ein etwa einjähriges “Baby”. Der Elefantenbulle ist leider bei einem Unfall mit einem Zug bei seinem letzten Ausbruch aus dem Park gestorben. Als wir uns auf den Rückweg zur Lodge machen, kommt uns das Cheetahweibchen wieder entgegen. Der Ranger erklärt uns, dass sie einen Freund im angrenzenden Park hat und gerne am Grenzzaun auf und ab geht, um auf ihn zu warten. Vielleicht gibts ja bald Cheetah-Nachwuchs…

Die Löwen

Auf Sams rat lassen wir den Bushwalk heute aus und machen einen Morning Drive um 09:00 Uhr. Beim Frühstück erfahren wir, dass am Morgen die Löwen beim Fressen einer Giraffe gesehen wurden. Das heisst immerhin, dass die Ranger nun wissen, wo die Löwen sind, was sich aber auch schnell ändern kann.

Tatsächlich, als wir dort ankommen ist nichts mehr ausser Knochen da. Nach einer Stunde Löwensuche werden wir fündig. Die Löwenkinder liegen mit ihren dicken Bäuchen unter einem Busch. Etwas weiter hinten finden wir auch die Mutter und den Vater, welche leider noch tiefer im Busch liegen und verdauen. Unser Ranger lässt den Motor aufheulen und bringt so das Löwenmännchen zum Brüllen. Anscheinend tönen die Automotore wie ein brüllender Löwe und desshalb muss das Löwenmännchen reagieren, um zu zeigen wer der König hier ist. Es ist sehr eindrücklich einen Löwen so brüllen zu hören.

 

Nach den Löwen suchen wir nochmals die Elefanten und finden sie bei einem Wasserloch, wir beobachten sie beim Trinken. Danach sind die zwei Stunden auch schon wieder vorbei und wir gehen zur Lodge zurück. Zufrieden und glücklich verlassen wir die Tshukudu Lodge und die Tiere Südafrikas. Wir wurden nicht enttäuscht und sahen ausser einem Leoparden alle Tiere der Big 5 und vieles mehr.

Panorama Route

Über die Panorama Route fahren wir zurück nach Mbombela in die Bavaria Guest Lodge. Wir machen einen kurzen Halt bei den Three Rondawels, um die Aussicht auf den Blyde River Canyon, die drittgrösste Schlucht der Welt, zu geniessen. Danach halten wir nochmals kurz bei den Potholes, eine kleinere Schlucht, in welcher durch das Wasser Löcher im Gestein entstanden sind. In Graskop machen wir einen Pancake-Stopp. Bei Harrie’s Pancakes soll es die Besten geben, das lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Sie sind wirklich sehr lecker, wenn auch vergleichsweise teuer.

Nachdem wir nochmals in Mbombela in der Bavaria Guest Lodge übernachtet haben, machen wir uns auf den Weg nach Johannesburg, die letzte 3.5-stündige Fahrt für uns. In Johannesburg übernachten wir in einem Airbnb (Welcome to Port 17 in Kempton Park von Hayden) nahe beim Flughafen, denn morgen fliegen wir weiter und verlassen Südafrika

Wieder werden wir sehr herzlich empfangen, dieses Mal sogar mit einem Bier. Danach werden wir von Hayden spontan zum Braai (afrikanisches Grillfest) in seinem Garten eingeladen. Seine Freunde kommen und wir dürfen uns gerne dazu setzen, Fleisch und Getränke habe es genug. So endet unsere Südafrikareise bei einem feucht-fröhlichen Braai mit Hayden und seinen Freunden. Fleisch und Getränke gibt es wirklich im Überfluss, einen besseren Abschluss hätte es nicht geben können.

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