St Lucia – Die Wetlands und der Hluhluwe Nationalpark

Die Fahrt von Durban nach St Lucia dauert etwa drei Stunden. Landschaftlich erinnert es uns hier ans Thurgau (ohne Apfelbäume dafür mit Palmen). Am Rand auf der Autobahn stehen immer wieder Südafrikaner und warten auf eine Mitfahrgelegenheit.

In St Lucia sind wir für zwei Nächte in der AmaZulu Lodge, die Zimmer mit Strohdach sind sehr schön, afrikanisch eingerichtet und gross. St Lucia ist ein kleines Dorf, und bekannt für seine Bewohner: Nilpferde und Krokodile. Gleich nach unserer Ankunft gehen wir zu Shakabarker Tours und organisieren für heute Abend einen Night Game Drive und für übermorgen eine Krokodil und Nilpferd-Bootstour. Auf dem Weg zurück zu unserem Hotel sehen wir Affen im Dorf und überlegen uns, ob wir im Hotelgarten wohl auch Affen haben.

 

Zurück beim Hotel stellen wir fest, dass unser Zimmerfenster offen war und wir Besuch hatten. Unser Reiseproviant liegt auf dem ganzen Boden verstreut! Aus den M&Ms wurden nur die Erdnüsse geklaut, der Apfel liegt angebissen neben dem zerstörten Sack und auch unsere Granolareste liegen auf dem ganzen Zimmerboden verteilt. Immerhin blieb mein Ingwer verschont 🙂 Da waren wohl Affen am Werk! Man merke: Fenster hier immer geschlossen halten, vorallem bei Dämmerung – auch in einem Dorf.

Night Game Drive

Ein Night Game Drive ist eine Nachtsafari mit einem Jeep. Um 20:00 Uhr werden wir im Hotel abgeholt und fahren zum Eingang des iSimangaliso-Wetland-Park. Der Park ist 3’280 km2 gross. Hier leben Elefanten, Nashörner, Büffel und Leoparde, wie auch weitere afrikanische Wildtiere. Im Wetlandpark befindet sich unter anderem der St.Lucia-See, welcher 300 km2 gross und das zu Hause der grössten Krokodil- und Flusspferdbestände Südafrikas ist.

 

Auf dem Jeep haben wir Scheinwerfer und so fahren wir einen Teil des Parks ab, querfeldein über die holprigen Wege, welche nur von diesen Jeeps befahren werden dürfen. Wir sehen Zebras, ein Stachelschwein (von ganz weit weg), Warzenschweine, Eulen, Adler, Antilopen und andere rehartige Tiere, Büffel und sogar eine Nashorn-Familie. Unser Guide findet auch einige Chamäleons und ein Zwergchamöleon. Keine Ahnung, wie er dieses kleine ca. 5cm lange, dünne Tierchen aus dem Jeep im Baum erkennen kann. Er nimmt es vom Baum, um uns zu zeigen, wie es die Farbe wechselt, cool.

Leider sehen wir keine Löwen oder Leoparde, aber wir haben ja noch einige Safaris vor uns… Es ist wirklich nicht ganz einfach die Tiere in der Nacht zu finden und natürlich noch schwieriger ein gutes Foto zu schiessen, aber das Erlebnis ist einfach toll. Um 23:00 Uhr sind wir zurück und gehen müde und zufrieden ins Bett (natürlich erst nachdem wir noch stundenlang unsere Fotos angeschaut und aussortiert haben)… 🙂

Cape Vidal und Wetland-Park

Den heutigen Tag möchten wir am Strand von Cape Vidal verbringen. Nikky hat uns den Tipp gegeben zur Ebbenzeit zu kommen, um zu schnorcheln. Heute ist ca. um 5.30 Uhr Ebbe, für uns zu früh. Was wir nicht wussten ist, dass Cape Vidal im Wetland Park ist, also müssen/dürfen wir den Weg von einer Stunde durch den Park fahren. Der Eintritt, so finden wir, ist günstig. Pro Auto ca. CHF 5 und pro Person nochmals CHF 4. Danach kann man den ganzen Tag im Park verbringen und diesen auf eigene Faust erkunden.

 

Es gibt eine geteerte Strasse, welche zu Cape Vidal führt und einige Offroad-Loops, welche man mit dem eigenen Auto abfahren darf. Zu Beginn bekommen wir noch ein Schreiben, dass sich seit kurzer Zeit Elefanten hier niedergelassen haben und wie man sich verhalten soll, wenn man das Glück hat und auf Elefanten trifft. Spontan ändern wir unsere Pläne, denn Strand kann man fast überall, aber Safari?! Wir fahren langsam der Hauptstrasse entlang nach Cape Vidal. Hier sehen wir einige Antilopen und Impalas, auch solche mit Geweih.

 

Der Strand von Cape Vidal ist sehr lang und heute sind viele Menschen da, wohl auch aufgrund der Feiertage hier. Nachdem wir den Strand, die Sonne, den Wind und das Meer (für mich zu kalt und wellig zum Baden) genossen haben, machen wir uns auf den Weg, um selbstständig Tiere zu finden. Tatsächlich sehen wir unser erstes Hippo (leider nur von ganz weit weg, aber immerhin), eine Zebraherde, Büffel und noch mehr Antilopen-Rehe.

Umzug in eine andere Unterkunft

Da vieles in St Lucia ausgebucht war, ziehen wir heute in eine andere Unterkunft. In der Sonalagna Lodge gibt es kleine Appartements mit Küche oder einfach Mikrowelle, Toaster und Wasserkocher. Dies reicht für uns, da wir nicht vorhaben zu kochen. Hier wird uns schon zu Beginn geraten, die Fenster bei Dämmerung geschlossen zu halten, wegen den frechen Affen.

Hippo & Kroko Boot Tour

Auch diese Tour machen wir mit Shakabarker Tours, eine gute Entscheidung. Wir sehen noch andere Boote, grosse mit vielen Touristen. Da sind wir mit ca. 10 weiteren Touristen auf einem guten Boot gelandet. Zwei Stunden fahren wir auf einem Teil des St.Lucia-Sees und schauen uns die Nilpferde an.

 

Sogar Baby-Hippos, welche auf dem Rücken ihrer Mütter stehen, um nicht zu ertrinken, können wir beobachten. Hippos können maximal 30 Minuten unter Wasser bleiben. Sie können nicht gut schwimmen, deshalb halten sie sich bevorzugt an untiefen Stellen im Wasser auf, an welchen sie stehen können. Im Wasser können die Tiere bis 20km/h rennen, an Land bis 45 km/h.

Leider sehen wir kein Hippo ans Land gehen, obwohl wir bis Sonnenuntergang auf dem Wasser sind. Die Nilpferde kommen dann ans Land um Gras zu fressen und Süsswasser zu trinken. Das ist auch der Grund, weshalb man hier nachts im Dorf auf Nilpferde trifft. Sie trinken aus den Hotelpools, weil sie das Salzwasser nicht trinken können. Allerdings ist es besser Abstand zu halten, da Nilpferde sehr aggressiv sein können. Zum Schluss möchte eins der grossen Hippos unter unserem Boot auftauchen, es wackelt ganz schön, zum Glück kann das Boot nicht so schnell kentern…

Hluhluwe-iMfolozi-Park

Der Park ist 960 km2 gross und beherbergt die Big 5 (Elefant, Büffel, Nashorn, Löwe, Leopard) sowie Geparden, Giraffen, Wildhunde und Hyänen, Antilopen, Impalas, unzählige Vogelarten uvm. Um 05:00 Uhr fahren wir mit unserem Auto los in Richtung Park. Der Eintritt kostet 420 ZAR. Der Hluhluwe-iMfolozi-Park ist ein sehr schöner Park mit nicht vielen Besuchern. Als erstes machen wir uns auf die Suche nach Grosskatzen, leider haben wir kein Glück. Elefanten finden wir auch keine, dafür wieder Büffel, Zebras, Impalas, Gnus und einige Nashörner.

 

Nach unserem Pick Nick, in einer dafür abgesperrten Zone, neben einer Warzenschwein-Familie, machen wir uns wieder auf die Suche. Wir sehen Giraffen und sind zufrieden, auch wenn wir weder Elefanten noch Löwen oder Leoparde gesehen haben.

Auf dem Rückweg fahren wir durch ein kleines Dorf. Hier müssen wir noch allerlei Tieren (Kühe, Hühner und Ziegen) ausweichen. Zum ersten Mal auf dieser Reise fühlen wir uns wie in Afrika.

Am Strassenrand kaufen wir noch eine frische Ananas. Sofort nachdem wir angehalten haben kommen vier Kinder und ein älteres Mädchen angerannt. Sie strahlen uns an, sagen ihre Namen und schicken Handküsse. Leider sprechen sie kein Englisch so bleibt es bei dieser kurzen Konversation. Ein weiteres schönes Erlebnis mit lachenden Gesichtern, welches mir in Erinnerung bleiben wird 🙂

Ein anstrengender Tag geht zu Ende, mirgen verlassen wir St. Lucia und ziehen weiter. Es war wunderbar hier mit unglaublich vielen Tier-Erlebnissen.

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