La Paz – Zwischen Seilbahnen, Hexen und dem einzigartigen Gefängnis

Von Uyuni aus nehmen wir den Nachtbus der Gesellschaft Omar nach La Paz. Dies ist ein Cama-Bus, das heisst, wir können quasi liegen. Der Bus ist sehr bequem, dennoch schlafen wir nicht so gut. Um 05:00 Uhr erreichen wir La Paz, eine Stunde zu früh. Mit einem Taxi fahren wir zu unserer Unterkunft, dem Qhini Hotel Boutique, welches etwas ausserhalb des Zentrum liegt. Wir werden herzlich empfangen und dürfen uns auch am Frühstücksbuffet bedienen. Nun freuen wir uns auf unser Zimmer und eine schöne warme Dusche!

Im Zentrum

La Paz liegt auf 3660 müM. Hier gibt es unglaublich viele steile Strassen und ein interessanten Netz aus Seilbahnen für den Pendlerverkehr. Als erstes nehmen wir die Gondel der Linie Orange für 3 BOB die Fahrt. Wir schweben über die Stadt und staunen über deren unglaubliche Grösse. Danach schlendern wir durch die Strassen bei der Kirche San Francisco, und wie wir so sind, essen und trinken wir fast alles was uns in die Finger kommt. Wir sind echte Fans des Choripan, eine Art American Hot Dog, aber mit einer Chorizo Wurst, Salat, Tomate, Zwiebeln und scharfer Sauce. Das Brot hier sieht sowieso überall sehr lecker und frisch aus 🙂

 

Um nicht nur den kulinarischen Teil abzudecken, besuchen wir noch das MUSEF, das Museum für Ethnologie und Folklore. Dazu müssen wir die Strasse hochgehen, was uns ziemlich ins Atmen bringt.

(Free) Walking Tour

Die nächste Touristen-Aktion nehmen wir in Angriff: eine Walking Tour. Diese ist nicht mehr gratis (20 BOB, ca. 3 USD), da solch ein Gratsangebot in Bolivien verboten wurde. Wir starten beim Plaza San Pedro, welcher direkt neben dem bekanntesten Gefängnis San Pedro liegt.

Gefängnis San Pedro

Das Gefängnis beherbergt ca. 1500 Insassen und ist ein selbstversorgendes Gefängnis. In diesem Gefängnis gibt es Restaurants, Shops und auch für die Zellen muss bezahlt werden. Die Frauen und Kinder der Gefangenen dürfen ebenfalls in diesem Gefängnis wohnen und spazieren ein und aus. So können die Kinder eine normale Schule besuchen.

 

15 Polizisten sind für die Kontrolle des Eingangs zuständig (meistens sind diese allerdings korrupt). Im Gefängnis drinnen gibt es keine Polizei. Es ist allgemein bekannt, dass man auch das reinste Kokain der Welt kaufen kann. Auf einer Seite wirft man Geld ins Gefängnis, dann kommt ein Päckchen geflogen. Wie die Polizei darauf reagiert wissen wr nicht, denn auch hier ist Kokain illegal, auch wenn die Kokablätter legal sind.

Als nächstes gehen wir zu einem Gemüse- und Früchtemarkt, den Namen weiss ich nicht mehr. Hier darf man nur ein Foto machen, nachdem man gefragt hat. Ansonsten kann es passieren, dass einem die Cholitas (die Verkäuferinnen in ihren traditionellen Kleidung) eine faule Ware an den Kopf schmeisst!

Von Hexerei und Aberglauben

Beim Whitches Market bekommt man alles: von Souveniers, über Alpakasachen bis zu Schamanenpülverchen (für diese muss man allerdings explizit nachfragen). Hier gibt es eine Art Altar, zu welchem die Menschen gehen, um Allerlei zu erbitten. Die Bolivianer glauben sehr stark an diese Schamanenrituale.

So besagt auch eine urbane Legende (mit vel Wahrheitspotential), dass man, bevor ein Haus gebaut wird, einen Obdachlosen ohne Familienangehörige mit starkem Schnapps abfüllt und ihn anschliessend unter dem Haus einzementert. Falls dies nicht gemacht wird, besagt der Glaube, dass ein Bauarbeiter sterben wird! …vielleicht gibt es deshalb nicht so viele Obdachlose hier in La Paz, denn die Stadt ist riesig und viele Leute sehr arm!

Am Abend gehen wir im Restaurant 1700 essen, ein schönes antikes Gebäude. Die Bedienung war sehr nett und das Essen wirklich gut. Nach dem Essen fahren wir mit dem Taxi nach Hause, wohl der lustigste Taxifahrer den wir hatten, mit Partymusik und super Autobeleuchtung.

An unserem letzten Tag in La Paz schlendern wir ein wenig durch die Stadt, nochmals am Gefängnis vorbei, doch wir sehen keine Päckli fliegen. Zum Abschluss landen wir in einem Schweizer Restaurant, dem Swiss Fondue und geniessen wieder einmal ein leckeres Käse’Fondue. Auf 3660 müM, das höchste Fondue, welches wir je gegessen haben…

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