3-Tagestour durch die Salar de Uyuni

Die Tour von San Pedro de Atacama durch die Salar de Uyuni haben wir bei Cordillera Travel für 115000 CLP pro Person (ca. 185 USD) gebucht. Inbegriffen in der 3-tägigen Reise sind der Fahrer, 2 Übernachtungen und 3 Mahlzeiten täglich inkl. Getränke. Nicht inbegriffen sind Nationalparkgebühren und Eintritte von ca. 200 Bolivianos (ca. 30 USD).

Tag 1 – Von San Pedro de Atacama zur Laguna colorado

Um 7:00 Uhr werden wir von einem Minivan abgeholt und zur Grenze gefahren. In Bolivien, am kleinsten Zoll, den ich je gesehen habe, werden wir auf die Jeeps aufgeteilt. Wir sind mir zwei Schweizerinnen und zwei Norwegerinnen unterwegs. Michi ist der Hahn im Korb mit unserem Guide Quintin. Hier sind wir auf 4500müM, beim Atmen und bei Anstrengung merken wir die Höhe ein wenig. Die Jeeps sind beladen und los gehts!

 

Vorbei an der Laguna blanca über Holperstrassen. Quintin macht die Musik an, bolivianische Panflötenklänge beschallen unsere Ohren. Der nächste Halt ist bei der Laguna Verde, welche leider gar nicht grün ist. Da kein Wind bläst, welcher die Mineralien aufwirbelt, bleibt die Lagune manchmal bräunlich, so auch bei uns.

Bei den Rocas de Dali machen wir einen kurzen Fotostopp, um die Lavafelsen zu fotografieren. Auf dem Weg sehen wir auch noch einen Wüstenfuchs. Juhuu, unser erstes “Wüstentier”! Die Thermalquellen, unser nächster Halt, sind schön warm. Schade, dass sie hässliche “Umkleidekabinen-Bunker” in die Natur gebaut haben. Aus dem Wasser können wir die flauschigen Vicuñas beobachten. Diese Lama-ähnlichen Tiere gibt es nur hier.

Wir merken die Höhe

Langsam, auf 4600 müM, merken wir die Höhe. Wir bekommen ein wenig Kopfschmerzen – Kokablätter von Quintin sollen da helfen. Den höchsten Punkt unserer Reise erreichen wir bei den Geysiren Sol de Mañana, diese liegen auf 4960 müM. Hier verspühren wir nun zu den Kopfschmerzen auch den Schwindel. Wir bekommen eine Kokablatt-kau-Instruktion, die Blätter schmecken leicht bitter, mit einem Stück Zucker schmecken sie jedoch fast wie der Tee. Wir sind alle froh, dass unsere Weiterfahrt nur noch nach unten geht.

 

Am Mittag kommen wir in unserer Unterkunft an, welche ziemlich rustikal ist. Wir schlafen in 6er-Zimmern, zum Glück haben wir eine angenehme Gruppe. Für 30-40 Personen gibt es hier drei Toiletten, keine Duschen (das wussten wir allerdings im Vorhinein), Strom gibt es von 19:30 – 22:00 Uhr. Das Mittagessen war gut, leider bekamen wir nicht wie versprochen unlimitiert Wasser zum trinken.

Nach dem Essen fahren wir noch zur Laguna colorado. Unser Highlight des heutigen Tages. Die Lagune ist rot (von den Shrimps), blau (das frische Wasser), weiss (Salz) und am Rand grün von den Pflanzen. In der Lagune leben 30’000 Flamingos (drei verschiedene Arten), am Rand grasen Lamas und im Hintergrund sehen wir die farbigen Berge.

Nach dem Abendessen, welches auch sehr einfach ausfällt, ebenfalls mit zu wenig Trinkwasser, schauen wir uns noch kurz die Sterne an. Wunderschön klar und so viele. Ich kann mich nicht erinnern die Milchstrasse jemals so klar gesehen zu haben. Mit noch leichten Kopfschmerzen gehen wir ins Bett.

Tag 2 – Von der Laguna colorada nach San Juan

Wir haben sehr schlecht geschlafen, die Luft war knapp und es war so kalt (ich habe alle meine warmen Sachen angezogen). Wohl kein Wunder in der Wüste auf 4300müM! Nach dem trockenen Frühstück (zum Glück haben wir Snacks dabei) fahren wir um 08:00 Uhr los. Unser Fahrer informiert uns,l. dass wir evt nicht die geplante Route nehmen können, da Einheimische die Strasse sperren, wir werden sehen…

 

Unser erster Halt ist beim Arbol de Piedra und seinen Steingefährten. Die Lavasteine werden wahrscheinlich durch den Regen und die starken Winde in den Wintermonaten (bis 60 km/h im Mai, Juni und Juli) geformt.

Über Wüstenstrassen – Strasse nennen wir es, sobald mehr als 5 Jeeps durchgefahren sind 🙂 – fahren wir zu den drei Lagunen Chiarcota, Honda und Hedionda, welche mitten in der Pampas auftauchen. Auch hier leben viele Flamingos in den Lagunen mitten im Nirgendwo. Nach dem Mittagessen sehen wir uns noch eine weitere Lagune an, bevor wir unsere Fahrt, vorbei an schönen grossen Quinoafeldern bis zur Salar de Chiguana fortsetzen.

Von hier aus fahren wir nach San Juan, wo wir die Nacht in einem “Hotel” verbringen. Wir haben ein Zweierzimmer, das ist aber auch schon das einzig Gute. Für die Dusche müssen wir 10 Bolivianos (1.5 USD) bezahlen. Steckdosen gibt es keine, ausser in der Küche, in welche wir nicht dürfen. Dies obwohl uns gesagt wurde, dass wir hier Strom haben und die Möglichkeit, unsere Geräte aufzuladen (zum Glück haben wir 2 Kameraakkus dabei).

Es kommt auch noch ein Gewitter auf inklusive Hagel. Durch das Dach regnet es in unsere Zimmer und den Speisesaal. Das “Hotel” ist wirklich sehr rustikal. Zum Abendessen gibt es pro Tisch eine Flasche Rotwein, kein Wasser oder sonstige Getränke. Wir sind empört! Auf über 3600 müM in der Wüste und zum Essen gibt es kein Wasser?!

Tag 3 – Von San Juan nach Uyuni

Im Vergleich zur letzten Nacht war diese traumhaft. Es war nicht mehr so kalt im Zimmer und atmen konnten wir auch besser, obwohl wir immer noch auf 3660 müM sind.

Nach einem kurzen Fotostopp im Kaktustal geht es direkt in die Salar de Uyuni, die grösste Salzwüste der Erde. Im Moment liegt die Salzwüste unter Wasser, so dass diese unglaubliche Spiegelung und Weite zu sehen ist. Unter dem Wasser befindet sich eine 20-30 Meter dicke Schicht Salz, darunter wieder Wasser. Auf der Oberfläche befinden sich Ojos de Salar.

 

Diese Löcher in der Salzkruste sehen wir auf Grund des Wassers nicht. Dafür merken wir sie, da einer der Jeeps in solch einem Loch stecken bleibt. Nachdem wir alle Personen auf die restlichen zwei Jeeps aufgeteilt haben, erreichen wir auch noch den frisch getrockneten Teil der Salzwüste. Unglaublich cool, dass wir beides erleben können 🙂

Nach unzähligen Fotos fahren wir weiter. Wir müssen durch die ganze Salzwüste fahren, weil irgendwo die Strasse blockiert ist. Nach einem kurzen Halt beim Salzhotel, welches nun ein Museum ist, fahren wir zum Zugfriedhof. Als Abschluss essen wir in Uyuni ein (ausnahmsweise) leckeres Mittagessen und erfreuen uns ab dem Internet hier.

 

Bis unser Bus nach La Paz um 20:00 Uhr abfährt bleiben wir in Uyuni. Hier gibt es nicht viel zu sehen oder zu unternehmen. Wir finden eine leckere Pizzeria und geniessen ein gutes Abendessen im Minuteman.

Fazit unserer Uyuni Tour

Leider wurde uns bei der Buchung bei Cordillera in San Pedro mehr versprochen als eingehalten wurde. Rückblickend war es eine schöne Tour, mit ausgesprochen faszinierenden Sehenswürdigkeiten und Landschaften.

Ansonsten darf man nicht zu viel erwarten. Das Essen war gerade so ok, das versprochene unlimitierte Wasser zu den Mahlzeiten gab es nicht. Die Unterkünfte waren sehr rustikal und um Weiten schlechter als beworben. Zum Glück hatten wir einen super Fahrer (grosser Dank an Quintin!), welcher uns die Tage angenehm gestaltet hat.

Auch die Weiterreise mit dem Bus nach La Paz, welche von der Agentur Cordillera organisiert werden sollte, wurde vergessen. Unsere Hightlights dieser drei Tage waren ganz klar die Laguna colorada und die Salzwüste (Salar de Uyuni).

Nach dieser eher anstrengenden Tour und der Busfahrt nach La Paz freue ich mich wieder auf ein eigenes Zimmer mit eigenem Bad 🙂

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