Bei den Pinguinen um Punta Arenas

Mit dem Bus fahren wir 6 Stunden von El Calafate durch die hüglige Steppen-Landschaft nach Puerto Natales in Chile. Hier kaufen wir das nächste Ticket nach Punta Arenas. Nochmals 3 Stunden, dann sind wir an unserem Ziel.

Ankunft in Punta Arenas

In Punta Arenas wohnen wir im Hostal Balmaceda. Es ist nicht einfach hier eine Unterkunft nach unserem Geschmack zu finden. Entweder sie sind teuer oder nicht sehr gut. Die Eigentümerin unserer Unterkunft ist eine ältere Frau. Sie wohnt ebenfalls in der Unterkunft und ist immer da. Auf Spanisch bekommen wir eine Einführung (von der wir etwa die Hälfte verstehen). Unser Zimmer ist klein und eher stickig, da wir das Dachfenster nicht öffnen können, dafür sehr sauber und das Bett bequem.

 

In Punta Arenas gibt es nicht viel zu sehen oder zu tun: Restaurants, Tourismusagenturen, um Touren zu buchen, einen Supermarkt, ein paar kleine Shops und – wie wir glauben – ein kleines, ruhiges Rotlicht-Viertel (in welchem auch unsere Unterkunft steht).

Buchung der Touren

Den ersten Tag wollten wir nutzen um zu Waschen, was leider nicht klappt, da am Wochenende die Wäscherei früher schliesst. Zusätzlich wollten wir die Tour zu den Königs-Pinguinen auf eigene Faust organisieren, was ohne Mietauto unmöglich ist. Am Ende des Tages haben wir bei Fin del Mundo Tours eine teure Tour (50000 CLP) zur Königspinguinkolonie gebucht. Inklusive Sightseeing im Tierra del Fuego, wir lassen uns überraschen.

Am Montag fahren wir zur Isla Magdalena, um die Magellan-Pinguine anzuschauen. Die Überfahrt (35000 CLP) haben wir bei Comapa gebucht, welche sogar Englisch sprechen konnten.

 

Porvenir

Die Überfahrt nach Porvenier dauert mit der Fähre ca. zwei Stunden. Kurz vor dem Hafen sehen wir Magellan-Delfine, welche fröhlich neben der Fähre in die Luft springen. So schön, zum Glück sind wir rechtzeitig auf dem Aussendeck inklusive Kamera 🙂

Selk’nam

Beim ersten Halt schauen wir uns Statuen des Selk’nam Volkes an, die Ureinwohner in diesem Teil des Feuerlandes. Diese wurden im 19. Jahrhundert von den Spaniern ausgerottet. Im Museum Municipal erfahren wir mehr über das Urvolk, welches ca. 10000 Jahre in der Region gelebt hat und die Entwicklung von Feuerland.

Lunch gibt es in einem für hier typischen Maskada, ein einfaches, sehr leckeres, kleines und günstiges Dorfrestaurant. Wir sind positiv überrascht von der Qualität, dem Preis (3000 CHP für Lachs oder Huhn mit Beilage) und der Grösse des Tagesmenüs.

Parque Pinguinos Rey

Hier gab es schon vor 6000 Jahren eine Pinguinkolonie, welche jedoch geflüchtet ist, da die Menschen ihnen zu nah kamen. Vor 10 Jahren kam ein einziger Pinguin zurück, das Jahr darauf zogen acht weitere nach. Heute gibt es hier 100 Königspinguine, die somit kleinste Kolonie der Welt. Sie fühlen sich nun sicher und werden geschützt. Auch haben sie hier wenige natürliche Feinde, da das Wasser in der Useless-Bucht nicht genügend tief für z.B. Orcas ist.

 

Da die Pinguine das ganze Jahr über hier bleiben, leben in im Park vier Generationen der Königspinguine. Man bekommt vom Baby im braunen Pelz, über das Kind (halb braun, halb schwarz/weiss), über die Erwachsenen (eher gelbliche Wangen) bis zu den Grosseltern (welche man an den orangen Wangen erkennt) alles zu sehen. Jedoch ist ein Teleskop oder ein Fernglas Pflicht, da man 30-50 Meter durch einen Zaun getrennt entfernt bleiben muss. Dies zum Schutz der Tiere.

Nach einer kurzen Information dürfen wir den Park betreten. Endlich sehen wir die “echten” Pinguine vor uns. Sie bewegen sich nicht gross, einige watscheln umher oder “singen” und es gibt viele Babys. Wir sehen sogar, wie ein ganz frisches Küken unter der Bauchfalte eines Erwachsenen neugierig hervorschaut und gefüttert wird. Ich bin begeistert.

Später nehmen wir die Fähre bei der Bahia Azul, um über die Magellanstrasse zu kommen. Auch hier können wir uns wieder an Delfinen erfreuen.

Wir schauen uns auf dem Rückweg noch die verlassene Estancia San Gregorio und das erste Dampfschiff, welches von Europa nach Patagonien gebracht wurde, an. Ein bisschen alt und rostig, aber schön… 🙂

Obwohl wir diese Tour zu Beginn nicht machen wollten, sind wir sehr zufrieden. Es war spannend, wir haben noch einiges über die Geschichte Patagoniens gelernt und die Pinguine gesehen. Unser Guide mit sehr gutem Englisch hat einen super Job gemacht und sich Mühe gegeben, alles genau zu erklären.

Pinguine auf der Isla Magdalena

Mit einer Fähre fahren wir etwa zwei Stunden zur Isla Magdalena. Hier befindet sich die mit 60’000 Tieren grösste Kolonie von Magellanpinguinen in Südchile. Diese Pinguine sind bekannt für ihre neugierige Art. Auf der Insel gibt es einen Rundweg mit Seil markiert, im welchem wir uns aufhalten dürfen, um die Pinguine nicht zu stören. Nicht selten kommt es vor, dass die neugierigen Pingus vor dir über den Weg watscheln, um dich genauer anzuschauen.

 

Heute bleiben sie eher in der Nähe ihrer Löcher (Nester) und verstecken sich vor dem kalten Wind. Fasziniert schauen wir den kleinen Pingus zu. Sie putzen sich, watschel umher, kuscheln oder kriechen in ihre Löcher.

Nach einer Stunde müssen wir zum Boot zurück. Ich finde die eine Stunde, welche man Zeit hat um den Rundgang zu machen, ein wenig knapp berechnet. Ich hätte lieber mehr Zeit gehabt, um die Pingus zu fotografieren und zu beobachten. Nun fahren wir wieder zwei Stunden nach Punta Arenas.

Collectivos in Punta Arenas

Vom Hafen nehmen wir ein Collectivo. Das sind in diesem Fall schwarze PWs, die aussehen wie Taxis. Auf dem Dach haben sie eine grosse Nummer, vom Hafen zum Zentrum und umgekehrt ist es die Nr. 15. Sie fahren einfach immer die gleiche Runde, wie ein Bus und Kosten 500 CLP (ca. 1$) pro Person und Fahrt. Die Haltestellen sind durch grüne ‘Parada’-Schilder mit einem PW-Bild gekennzeichnet.

Heute müssen wir noch den Bus nach Ushuaia organisieren und packen, denn Morgen möchten weiter, ans “Ende der Welt”.

1 Kommentar zu „Bei den Pinguinen um Punta Arenas

  • Belli belli belli i pinguini. E dopo andrete alla Finisterre? No non ci credo.
    Finisterre = Am Ende der Welt ist in Portugal. Am Ende des Camino nach Santiago de Compostela.
    Und wohin geht ihr hin?

    Besito la zia

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