Rio de Janeiro – Vorgeschmack auf den Carnaval

Nachdem wir uns einige Tage in Cancun in einem Hotel erholt haben, haben wir entschieden, dass uns unsere Reise als Nächstes nach Brasilien führen soll. So haben wir kurzentschlossen einen Flug nach Rio gebucht und uns noch etwas informiert.

 

Da sind wir nun – morgens um 6:00 Uhr gelandet – und nehmen ein Uber zu unserem Hotel Las Americas an der Copacabana. Für den Anfang haben wir uns etwas Schönes gegönnt, damit wir früh morgens gleich einchecken können resp. noch am Pool liegen können, bis unser Zimmer bereit ist. Hier ist die Sonne extrem stark. Nach nur 30 Minuten am Pool (es ist bewölkt in Rio) habe ich einen deutlichen Bikiniabdruck am Rücken.

Copacabana

Nach einem Nickerchen im Zimmer machen wir uns auf den Weg an den Strand Copacabana. Wir staunen nicht schlecht, als uns auf den Strassen schon Menschen im Bikini und Badehosen entgegenkommen. Hier sind Kleider wohl überflüssig, Einheimische sitzen in Badesachen mitten in der Stadt auf Plastikstühlen und trinken ihr Bier (es ist ja auch Sonntag). Tanga-Bikini oder die knappen “Speedo” Badehosen zählen in Rio als vollwertige Kleidung. Man kann damit auch Einkaufen oder in Restaurants gehen – alles heute gesehen!

 

Die Strandpromenade ist voll mit “Füdlis”, möglichst wenig bedeken ist auch hier die Devise. Wir gehen in ein Restaurant am Strand, um etwas zu trinken. Was wir nicht wissen ist, dass zu den eher teuren Getränkepreise noch 6 Reais “Sitzpauschale” pro Person verrechnet wird. Nice to know!

Das nächste Mal gehen wir direkt am Strand zu einem der unzähligen Stände, hier gibt es alles. Es werden Strandstühle, Sonnenschirme und Drinks angeboten. Einige Betreiber haben ein Loch in den Sand gebuddelt. Von dort wird mit einer Dieselpumpe Wasser für Duschen erschlossen. Am Strand liegen Schläuche mit Löchern, welche den Sand nass machen, damit man nicht im heissen Sand zu den Bar-Ständen gehen muss. Die sind hier wirklich gut organisiert! Wir staunen nicht schlecht.

Nachdem wir über den Strand geschlendert sind, gehen wir zurück zur Promenade, wo uns ein kleiner Vorgeschmak zum Carnaval erwartet. Ein Lastwagen mit Sängern, Musik und Tänzerinnen fährt vor uns auf der Strasse. Davor eine Gruppe Musiker und noch mehr Tänzer und Tänzerinnen – so haben wir uns Rio vorgestellt! Und für mich steht fest: ich muss diesen Carnaval erleben! Die Leute stehen am Rand und schauen der Miniparade zu, tanzen und freuen sich. Nach Kuba ist dies genau, was wir gesucht haben, hier sehen wir die Lebensfreude!

Leider, aber für Rio normal, sehe ich auch schon den ersten versuchten Diebstahl. Ein junger Brasilianer versucht einem Touristen die Goldkette vom Hals zu reissen. Er hat viel Glück, die Kette hält und der kleine Dieb taucht in der Menschenmenge unter! Es ist aber auch wirklich keine gute Idee seinen Goldschmuck in solchen Ländern anzubehalten.

Nach der kurzen Parade essen wir früh zu Abend, ein sehr leckeres Filet Mignon mit Beilagen (es gibt Pommes, Reis und Maniok – sehr gewöhnungsbedürftig so viele stärke Beilagen) im Braseiro.

Im Hotel wird mir klar, warum hier alle im Bikini rumlaufen. Denn nach 2 Stunden draussen (immer noch bewölkt und ca. 17:00 Uhr) habe ich einen Abdruck von meinen Jeans Hotpants an den Beinen. So schnell wird man hier braun!

Cristo Redentor

Heute möchten wir auf den Berg Corcovado wandern, um uns die 30 Meter hohe Christusstatue, welche über Rio und auf den Zuckerhut blickt, von nah anzuschauen. Wir starten im Parque Lage, ein schöner Dschungelpark mitten in Rio am Fuss des Corcovado. Zu Beginn des Weges gibt es eine Art Kontrollpunkt, wo man sich eintragen muss, danach geht die Wanderung los: 3.7 km bei 30 Grad den Berg hinauf.

 

Ich freue mich, die Affen in den Bäumen schon zu Beginn zu sehen, um nur kurz darauf über die Geräusche am Boden zu erschrecken – sind da Schlangen oder was ist da? Schliesslich sind wir im Dschungel, auch wenn wir mitten in der Stadt sind. Ängstlich gehe ich weiter, manchmal schicke ich Michi voraus, aber das einzige, was wir noch sehen sind Echsen. Bald darauf vergesse ich meine Angst, denn es wird richtig streng, zum Glück sind wir im Schatten.

Eine schöne, wenn auch sehr anstrengende, teils steile Wanderung. Mit hoch rotem Kopf und total verschwitzt erreichen wir die Statue und geniessen den Blick über Rio. Ich bin wahnsinnig stolz, dass ich den ganzen Weg nach oben zu Fuss gemacht habe. Für den Rückweg nehmen wir anstelle der Treppe die Rolltreppe und den Lift und danach die Zahnradbahn (ja, man kann die Christusstatue ansehen ohne eine Treppe gehen yu müssen). Heute Abend gönnen wir uns wieder einmal einen Burger. Im Djalma Burger Bistro werden wir mit einem perfekten Burger und leckeren Pommes verwöhnt.

Tickets für den Carnaval im Sambordrom

Im Internet kann man auf verschiedenen Seiten für Touristen Tickets für den Carnaval zu teuren Preisen kaufen, ca. ab 170$. Auf der offiziellen Internetseite des Sambadromes (www.liesa.globo.com) findet man Infos über den Onlineverkauf oder den Direktverkauf beim Sambodrom. Bei den Touristagenten (z.B. an der Copacabana) wurden uns Tickets für den Sektor 11 (am Ende der Parade) für 120$ angeboten (beim Direktverkauf vor dem Sambadrom kosten diese 70$).

Da Michi super im recherchieren ist und wir wissen, dass die Tickets im Direktverkauf viel günstiger sind und wir gerne gute Plätze möchten, fahren wir mit einem Uber zum Sambadrom. Auch hier sprechen alle nur portugiesisch, aber sie sind sehr hilfsbereit und freundlich. Wir kaufen Tickets für den Sektor 7 (in der Mitte, laut Internet ein guter Sektor) für 100$. Der Kauf war eine kurze, einfache Sache und wir raten jedem, es genau so zu machen (es klappt auch wenn man, wie wir, kein portugisisch spricht)! Wir können auch noch einen Blick in den (noch) leeren Sambodrom werfen, eine Strasse mit riesigen Tribühnen-Betonklötzen links und rechts. Wir sind gespannt, wie das Ganze mit Farben und Menschen gefüllt aussieht. Und nun freuen wir uns auf den Carnaval in Rio, wir werden dann in ca. 2 Wochen darüber berichten.

Erstmal gehen wir mit dem Bus Richtung Süden nach Trindade ans Meer. Der Bus, der Gesellschaft Costaverde, ist sehr bequem und fährt ziemlich pünktlich los. Die Tickets haben wir direkt beim Busbahnhof gekauft, alles sehr einfach.

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