Matanzas – Das echte Kuba?

Von Playa Larga nach Matanzas fahren wir mit einem richtigen Collectivo, was auch immer das heissen mag. In unserem Fall ein Oldtimer, in welchen wir uns mit vier anderen Mitreisenden plus Fahrer quetschen.Somit sind wir neun Personen. Eine holprige 2-stündige Fahrt steht uns bevor (auch die langweiligste und ungemütlichste: es gibt eine Klimanlage, somit sind keine Fenster geöffnet, und es gibt keine Musik). Zum Glück haben wir noch Kekse (an dieser Stelle: Dankä Mami für dWiänachtsguätsli!) und Schweizer Schokolade, welche uns die Fahrt versüssen.

 

In Matanzas soll man das wirkliche Kuba erleben können. Im Hostal Rio finden wir zwei schöne Zimmer nahe dem Zentrum, bei einem Hausdrachen und zwei netten alten Männlein. Am Nachmittag möchten wir uns etwas mit der Stadt vertraut machen. Nach 2 Stunden haben wir allerdings schon das ganze Zentrum inklusive Sehenswürdigkeiten wie das Feuerwehrgebäude, das Justizgebäude, den Freiheitsplatz und die Kirche gesehen. Wir entdecken einen kleinen Hinterhof mit einer hübschen Bar. Mehr gibt es in dieser Stadt nicht. Wir beschliessen den nächsten Tag am Strand zu verbringen.

Kein Strand – dafür Museo Farmaceutico

Leider ist das Wetter auch heute nicht auf unserer Seite, es regnet. So bleiben wir bis zum Mittag im Frühstücksrestaurant, danach gehen wir ins Museo Farmaceutico. Hier werden alte Fläschchen, Medikamente etc. gesammelt und ausgestellt, ein interessantes Schlechtwetterprogramm. Eine nette Frau führt uns auf Spanisch durch das Museum. Sie gibt sich sehr Mühe langsam und in einfachen Sätzen zu sprechen, was wir sehr schätzen.

 

Nur wenige Kubaner machen sich die Mühe langsam oder wenigstens so, dass wir sie verstehen könnten, zu sprechen. Im Allgemeinen scheinen die Einheimischen nicht sehr glücklich zu sein, es wird selten gelacht und wir werden auch äusserst selten freundlich begrüsst. Schade…

Am Nachmittag zeigt sich doch die Sonne noch ein wenig, wir schlendern nochmals durch die Strassen zum Feuerwehrgebäude. Ein Mann erklärt uns, dass das Feuerwehrmuseum geschlossen ist, weil das Dach vom letzten Sturm, Irma, noch zerstört ist. Er zeigt uns netterweise dennoch ein paar alte Feuerwehrautos und Utensilien.

Wenn man sich achtet, sieht man immer wieder kaputte Gebäude oder Dächer. Alles Auswirkungen des Sturms vom Herbst 2017. Auf dem Rückweg möchten wir ein Foto eines geparkten Autos schliessen. Schnell kommt der Eigentümer und möchte 1$ dafür – wir gehen einfach weiter. An der nächsten Strasse fotografiere ich einen Gemüsekarren und auch hier wird sofort 1$ verlangt, ich traue meinen Ohren kaum und gehe weiter…

Lebensfreude und Freundlichkeit?

Ich habe mir die Menschen in Kuba ganz anders vorgestellt. Ich bin ziemlich enttäuscht davon und es gefällt mir nicht richtig. Ich habe zwar keine Angst und es ist auch nicht gefährlich, dennoch fühle ich mich nicht wilkommen in diesem Land. Auch wenn es schöne Orte und Momente gibt, aber irgendwie fühle ich mich hier einfach nicht glücklich.

Morgen fahren wir nach Varadero an den Strand um den typischen Kuba-All-Inclusive-Pauscha-Urlaub auch noch zu erleben, wir hoffen auf schönes Wetter!

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