Goa – Zwischen Kühen am Strand

Wir fahren dem Nachtzug von Kochi South nach Madgaon, Goa. Unser Zug fährt um 23:30 Uhr los und sollte um 13:40 Uhr in Madgaon ankommen. Auf dem Weg zu unserem Zugabteil liegen schon viele Inder auf dem Perron, mir graut ein wenig – wie sollen all diese Leute in diesen Zug passen?

Wir finden unser Zugabteil und unseren reservierten Schlafplatz schnell. Unsere Pritsche ist die oberste in einem 6er Abteil in der 3. Klasse AC, für die zweit-schlechteste Klasse im Zug sieht das gar nicht mal so schlecht aus. Uns werden verschiedene Blicke zugeworfen, irgendwie freundlich, irgendwie verwundert, dass wir hier sind (ich glaube wir werden die einzigen Touristen hier bleiben).

 

Für die Reise im “gefährlichen” Indien sind wir ausgerüstet. Unsere Bauchtasche, gefüllt mit Pass, Geld und Handy haben wir schon umgeschnallt. Wir sind bereit. Auf unseren Pritschen liegen Wolldecke, Bettlaken und ein Kissen, purer Komfort 🙂 Zum Knattern des Ventilators und Ruckeln des Zuges schlafen wir ein.

Am Morgen werden wir durch ein Rufen geweckt: Samosa, Chai, Coffee… Ich muss sagen, das Reisen in einem Schlafzug in Indien habe ich mir schlimmer vorgestellt. So erreichen wir am Nachmittag den Bahnhof von Madgaon, von wo aus wir mit dem Taxi zum Palolem Beach fahren.

Palolem

Die Bungalows des Rococo Pelton sind, sagen wir mal, sehr “basic”. Der Grund dafür ist wohl, dass hier von April bis Oktober alles, was nach 1994 gebaut wurde, dem Erdboden gleich gemacht werden muss, um dann vor der Hauptsaison wieder aufgebaut zu werden. Auf diese Weise soll sich die Natur vor der neuen Saison wieder erholen können. So sind die Bungalows sehr einfach, jedoch irgendwie urchig gemütlich und direkt am Meer. Das Essen hier ist auch sehr gut. Unser Lieblings-Restaurant ist jedoch das Dreams of Palolem.

 

Der Strand ist ziemlich breit und sehr sauber. Am nördlichen Ende des Strandes kommen gegen Abend die Einheimischen, um den Tag ausklingen zu lassen. Und: es liegen Kühe im Sand, hier ganz normal, jedoch für uns westlichen Touristen wird das immer ein lustiges Bild bleiben.

Agonda

Unser nächster Strand liegt nördlich von Palolem, der Agonda Beach. Hier bleiben wir im Velvet Sunset für einige Tage. Die Bungalows sind grösser, hübscher und wirken stabiler als die Letzten. Auch hier erwartet uns feiner Sandstrand und wieder Kühe im Sand. Immer noch lustig anzusehen, wie sich Kühe neben Touristen sonnen. Die Kühe sind teils sogar so frech, dass sie sich bis zum Garten unseres Bungalows wagen, um Grünzeug zu futtern. Hier werden sie jedoch schnell vertrieben.

 

Auch in Agonda ist der Strand sehr breit und sauber. Jedoch gibt es noch etwas mehr Platz. Es stehen nicht so viele Unterkünfte am Strand und es gibt weniger Touristen hier. Wie wir erfahren, möchte die lokale Regierung auch, dass es so bleibt. Wir finden es sehr schön zu hören, dass nicht jeder Strand überfüllt sein muss/möchte.

Am Morgen können wir hier sogar vom Strand aus Delfine beobachten, wie schön. Kühe tummeln sich am Strand, dahinter schwimmen Delfine im Meer und wir sind mittendrin.

Cola Beach

Vom Agonda Beach gehen wir zu Fuss zum Cola Beach. Dieser liegt im nördlich des Agonda Beach (ca. 30 Minuten). Der Strand hier fällt relativ steil ab und es hat mehr Wellen als an den Stränden zuvor. Das Spezielle hier ist, dass auf der anderen Seite des Strandes eine Süsswasserlagune zum Plantschen einlädt. So hat man die Wahl zwischen Salz- oder Süsswasser. Ansonsten ist der Strand sehr ruhig, es gibt 2-3 Restaurants, ein paar Bungalows und sehr wenig Menschen.

Nach einer Woche Strand geht für uns die Reise weiter. Eigentlich wollten wir nach Mumbai und uns dort im Bollywood-Leben umschauen. Leider mussten auch wir merken, dass spontan Reisen in Indien eher schwirig oder teuer ist. So entschieden wir uns mit dem Flugzeug nach Neu Delhi zu fliegen und Mumbai auszulassen. Da die indischen Fahrpraktiken doch ziemlich von unseren abweichen, war die Taxifahrt zum Flughafen in Goa ein weiteres interessantes Erlebnis.

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