Mandalay – was für ein herzlicher Empfang!

Nach einigen Tagen in Bangkok, welche wir zur weiteren Reiseplanung nutzten, reisen wir heute nach Myanmar. Unser erstes Ziel ist Mandalay.

Als wir hier landen, fühlen wir uns sofort wohl. Kein Geschrei oder Gebuhle um Touristen in der Ankunftshalle oder vor dem Flughafen. Wir nehmen ein sogenanntes “Shared-Taxi” in die Stadt (4000 MMK/pP), welches uns direkt zu unserer Unterkunft Hotel 8 bringt.

 

Im Bus treffen wir einen Touristen, er ist zum dritten Mal hier. Er sagt uns, wir werden Myanmar lieben, die Menschen gehen einem direkt ins Herz. Nach den ersten Stunden hier weiss ich: der Mann im Bus soll recht behalten. Hier sind die nettesten und friedlichsten Menschen, welche wir bis jetzt getroffen haben. Ich weiss, dass habe ich schon oft geschrieben, aber die Menschen hier lachen dich einfach an, sie helfen, erklären, zeigen. Wenn du zu viel Geld gibst geben sie es ehrlich zurück.

Das Leben auf und an den Strassen ist speziell, eine Mischung aus indischem und ostasiatischem Lifestyle. Es gibt viel Verkehr hier: Autos, Laster, Fahrräder, Fussgänger, Strassenverkäufer und vorallem Roller, alle finden sie aneinander vorbei – ein buntes Treiben. In Mandalay gibt es noch nicht so viele modernen Läden und wenige westliche Restaurants. Es wird in Strassenküchen oder an Ständen gegessen. Der Nachtmarkt führt durch die Mitte der Strasse, links und rechts fahren die Motorräder vorbei. Hier gibt es keine Souveniers oder touristische Sachen zu kaufen, alles für die Einheimischen.

Sightseeing

Heute sehen wir uns die kulturelle Seite Mandalays an. Wir beschliessen, als erstes den Königspalast zu besuchen. Es herrschen 33 Grad, ein heisser Tag um Pagoden und Paläste anzuschauen. Nach dem Königspalast gehen wir zu Fuss zur Sandamuni Pagode und zur Kuthodaw Pagode, in welchen sich das “grösste Buch der Welt” befindet.

Zum Schluss schauen wir uns das Shwenandaw Kloster an, ein sehr eindrückliches Gebäude aus Holz mit vielen Schnitzereien verziert. Für den Sonnenuntergang gehen wir auf den Mandalay Hill. Da wir genügend Zeit haben, gehen wir zu Fuss nach oben. Ein schweisstreibender Entscheid, welcher mit toller Aussicht belohnt wird (man hätte auch mit dem Taxi nach oben fahren können, dann würde man allerdings die vielen Treppen verpassen, welche man Barfuss erklimmen muss, weil bei jedem Zwischenstopp ein Buddha steht). Leider schieben sich Wolken vor die Sonne, so sehen wir nicht den ganzen Sonnenuntergang.

Auf dem Weg zum Hotel hören wir laute Musik, wir folgen den Klängen und landen an einer Strasse mit Essständen, Kleider und einer kleinen Kirmes (das Kinderkarussel wird noch von Hand angeschoben). Bevor wir zum Hotel zurückkehren gönnen uns eine lecker Spezialität: Teigbällchen gefüllt mit Kichererbsen.

Im Bistro 82, eins der wenigen Restaurant mit westlichem Essen, finden wir im Menü echte Schweizer “Chäschnöpfli”, so lecker (das Restaurant gehört einem Schweizer).

Touritour durchs Historische Mandalay

Wir lassen uns heute durch Sehenswürdigkeiten in und um Mandalay führen. Gebucht haben wir im Hotel eine Tour, welche inkl. Mittagessen 22 USD kostet. Wir sind gespannt.

 

Beim ersten Halt schauen wir den Blattgoldklopfern zu. Sie schlagen mit einem schweren Hammer auf ein kleines Stückchen Gold bis es hauchdünn ist, jeweils 3 Minuten pro Seite. Die Zeit wird mit einer Wasseruhr gestoppt. Da wir das noch nie gesehen haben, ist es für uns interessant dieser anstrengenden Arbeit zuzuschauen.

Mahamuni Pagode

Das Wahrzeichen von Mandalay. Im innern der Pagode befindet sich ein riesiger Buddha. Nur Männer dürfen in den Raum mit dem Buddha, dort beten und ein Stück Blattgold aufkleben. Die Frauen müssen im Vorraum bleiben und können dort beten.

Holzschnitzereien

In Mandalay gibt es viele Handarbeiten. Wir können zusehen, wie Künstler die schönen Holzschnitzereien anfertigen und mit Gold verzieren. Frauen fertigen die für Myanmar typischen Marionetten des Prinzes und der Prinzessin an oder besticken Stoffe als Wanddekoration.

Su Taung Pyae Kloster

Hier dürfen wir sehen wie tausende buddhistische Möche in absoluter Stille ihr Mittagessen erhalten und essen. Ein sehr eindrückliches Erlebnis. Die vielen Mönche warten ruhig und geduldig bis sie an der Reihe sind.

Sagaing Hill

Auf dem Sagaing Berg schauen wir uns die Pagode der 30 Türen und 45 Buddhas an (ich weiss leider nicht mehr wie diese Pagode heisst, denn ich habe sehr hunger und den Kopf voll mit Namen). Auf der Spitze des Bergs befindet sich nochmals eine Pagode mit einem 400 Jahre alten riesigen Buddha und einer wunderbaren Aussicht auf Sagaing mit den vielen goldenen Pagoden.

Innwa

In Innwa, einem kleinen Dorf, gibt es nicht viel. Das Hauptverkehrsmittel ist eine Pferdekutsche, selten sieht man ein Auto oder Motorräder. Mit der Pferdekutsche besuchen wir die Yandana Sinme Pagode, den Palace Tower sowie das Bagaya Kloster und das Maha Aung Mye Bonzan Kloster.

 

Wir haben einen super Guide. Neben vielen Informationen über Land, Leute und Kultur zeigt er uns überall die besten Plätze, um Fotos zu schiessen.

Auf dem Weg treffen wir einen birmesischen Tourist. Er fragt, ob wir mit ihm ein wenig Englisch sprechen können. Er möchte es lernen, so unterhalten wir uns mit ihm ein wenig. Zum Schluss machen wir noch ein Foto gemeinsam mit seinen Töchtern. Sie freuen sich sehr und bedanken sich herzlich für das Foto und dass wir mit ihnen gesprochen haben. Einfach ein schönes Erlebnis.

U-Bein-Brücke

Den heutigen Sonnenuntergang schauen wir uns von der bekannten und ältesten Teak-Holzbrücke der Welt an. Wunderschön!

Nach dem Abendessen im Shan Ma Ma hören wir laute Musik neben an. Neugierig nähern wir uns an, um zu sehen was das ist (ja, wir gehen oft lauter Musik nach, um zu schauen was dort wohl sein mag und das sind meistens die besten Entscheidungen die wir treffen). Es scheint aus dem Polizeirevier zu kommen.

Kaum in der Nähe stürzen sich zwei Einheimische auf uns und ziehen uns in die Mitte einer tanzenden Menge. Alle freuen sich, wollen mit uns tanzen, singen und Bier trinken. So feiern wir mit den Familien der Polizeibeamten von Mandalay. Es werden viele Fotos gemacht, mit Männer, Frauen und Kinder und wieder wollen alle mit uns tanzen, feiern und singen. Das meiste auf birmesisch, aber es klappt einigermassen 🙂

Wieder ein wunderbares Erlebnis! Bevor wir gehen, möchten alle nochmals Selfies machen (auch die, die sich zuvor nicht trauten) und bedanken sich. Wir winken einander lange zu und die Kinder begleiten uns bis zur Strasse.

Mandalay, du bist in unserem Herzen!

2 Kommentare zu „Mandalay – was für ein herzlicher Empfang!

  • Liebe Jenny
    es beeindruckt mich immer wieder was ihr alles tolles erlebt in diesen unterschiedlichen Ländern. Es freut mich für euch das ihr so herzlich aufgenommen worden sind. die Fotos sind herrlich. Was für eine Pracht an Architektur und Kunst. Das Buch wo der Michi davor steht ist auch der Hammer.
    Es denkt ganz fest an euch
    la zia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.