Phnom Penh – Faszinierende Märkte und Zeugen der traurigen Vergangenheit

Nach einer weiteren langen Minivan-Fahrt von Sihanoukville, inklusive starkem Regen und überschwemmter Strasse, erreichen wir Phnom Penh. Für die letzten Tage zusammen gönnen wir uns das Harmony Phnom Penh Hotel am Fluss. Ein schönes, neues Hotel an – für uns – perfekter Lage.

Gleich neben dem Hotel entdecken wir einen Markt, an welchem die Einheimischen einkaufen gehen. Natürlich lassen wir es uns nicht nehmen am Morgen durch den Markt zu schlendern und leckeren Kampot-Pfeffer als Souvenier zu kaufen. Wir erleben viele schöne Momente mit den Menschen hier auf dem Markt. Sie strahlen uns an, möchten uns Sachen zeigen und erklären. Leider verstehen wir nicht viel, da die meisten Khmer sprechen.

 

Am Nachmittag schauen wir uns den Königspalast mit der Silber-Pagode an. Danach machen wir uns auf den Weg zum Night Market. Leider ist beim Night Market heute nichts los, wahrscheinlich wegen den Feiertagen. Wir geniessen das letzte Abendessen zusammen in einem Restaurant, bevor es morgen wieder Abschiednehmen heisst.

Central Market

Am letzten Tag gehe ich mit meinen Eltern zum Central Market, um letzte Souveniers einzukaufen. Michi besucht das Tuol Sleng Genozidmuseum.
Der Central Market ist eine Markthalle in dessen Mitte hauptsächlich Schmuck verkauft wird, auf den Seiten findet man Souveniers, Essensstände sowie Elektronik oder Küchenutensilien. Eine tolle Mischung aus Touristen- und Localmarket.

Tuol Sleng Genozid Museum

Nachdem ich mir länger Gedanken darüber gemacht habe, ob ich mir dieses Museum anschauen möchte, habe ich mich bewusst dagegen entschieden. Ich habe viele Berichte darüber gelesen, so soll das Museum sehr viel Brutales zeigen, sowie die wahren Geschichten der Insassen erzählen.

 

In den Killing Caves in Battambang konnte ich die Tränen nach den schrecklichen Erzählungen nicht zurückhalten. Einige Tage nach dem Besuch hatte ich noch Bilder im Kopf. Deshalb entschied ich mich gegen den Besuch.

Michi empfand den Besuch sehr erdrückend mit den heftigen Geschichten, dennoch empfiehlt er ein Besuch des Foltergefängniss in Phnom Penh. Worte können das gesehene kaum beschreiben, dennoch möchte ich hier die Geschichte der roten Khmer kurz zusammenfassen. Unter anderem auch, weil wir das, was vor nicht allzu langer Zeit hier geschehen ist irgendwie nicht verstehen können.

Die Taten der Roten Khmer

Von 1975 bis 1979 litt Kambodscha unter dem Regime der roten Khmer, dessen Anführer Pol Pot war. Das Ziel der roten Khmer war alle Intellektuellen auszurotten. Wer sich weigerte, auf dem Feld zu arbeiten wurde ins Gefängnis gebracht oder direkt umgebracht. Das Tragen einer Brille galt als intelektuelles Zeichen. Wer lesen und/oder schreiben konnte, war ein Intelektueller. Alle Gläubigen waren Intelektuelle.

Schätzungsweise wurden in der Zeit der roten Khmer bis zu 2 Millionen Menschen umgebracht, und das vor erst ca. 40 Jahren!

Im Tuol Sleng, das bekannteste Foltergefängniss war zuvor eine Schule und dient heute dazu, den Menschen über die abscheulichen Taten von damals zu berichten.

Wer die qualvollen Folterungen überlebt hat, wurde auf die Killing Fields gebracht und dort getötet. Hier wurden ganze Familien ausgelöscht, auch Kinder und Babys, dies aus Angst vor Rache.

Da zu dieser Zeit Munition knapp war wurden die meisten Menschen mit Stöcken so lange geschlagen bis sie starben. Kinder und Babys wurden mit dem Kopf gegen einen Baum geschlagen bis sie Tot waren.

Ich habe dies alles aus Erzählungen von Michi und gelesenen Berichten zusammengefasst, um euch einen kurzen Einblick in dieses dunkle Kapitel der Geschichte Kambodschas zu geben. All diese Erzählungen und den Besuch der Killing Caves, sind auch der Grund warum ich dieses Museum nicht besucht habe.

Ich habe jeden Tag in Kambodscha gestaunt wie fröhlich und freundlich die Menschen hier sind, obwohl wohl viele dieser Menschen den Krieg hautnah miterlebt haben und wahrscheinlich einige Familienmitglieder brutal verloren haben.

Abschied

Hiermit endet auch unsere Zeit in Kambodscha. Wir verabschieden meine Eltern, welche zurück nach Hause fliegen schweren Herzens. Der Abschied fällt mir heute noch schwerer als vor 5 Monaten am Flughafen in Zürich und ich bin sehr traurig, sie so lange nicht mehr zu sehen. Aber auch das gehört zu unserem Reiseleben.

Die nächsten Tage verbringen wir in Bangkok um diverse Sachen aufzubereiten und uns auf unsere Reise nach Myanmar vorzubereiten.

1 Kommentar zu „Phnom Penh – Faszinierende Märkte und Zeugen der traurigen Vergangenheit

  • Liebe Jenny

    ich finde deine kurze Geschichte der Khmer sehr eindrücklich. Gut hast du das Museum nicht besucht. Es hätte dich nur trauriger gemacht. Nur bei den sehr kurzen Aufzählungen von Dir was geschehen ist mit ganzen Familien und Kleinkindern. Ist mir Buchenwald wieder in den Sinn gekommen. Ich hoffe Du hast Dich wieder erholt. Das Foto von Euch beiden auf jeden Fall sieht toll aus. Michi obwohl es dunkel ist auf dem Foto mit Rock sehr eindrücklich. Ich wünsche Euch beiden eine gute Zeit in Myanmar.
    Un bacione
    la Zia

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