Battambang – Das Tor zum realen Kambodscha

Nach 2.5 Stunden Fahrt von Siem Reap mit einem privaten Fahrer (45 USD) erreichen wir unser Ramchang Guesthouse, ein wenig ausserhalb von Battambang.

Zum Abendessen gehen wir ins Stadtzentrum, hier gibt es nicht sehr viel. Ein kleiner Nachtmarkt, ein paar nette Restaurants und Hotels sowie TukTuk Fahrer.

Sightseeing Tour mit Ty Ty

Von unseren lieben Freunden von planlosreisen.ch wurde uns Ty Ty empfohlen. Ein TukTuk Fahrer und Guide. Wir buchen ihn für den heutigen Tag. Ty Ty spricht gut englisch und weiss viel über sein Land, die Leute und die Geschichte. So führt unser Weg an einem riesigen Buddha am Strassenkreisel vorbei, wo jeden Morgen viele Kambodschaner zum beten herkommen und Opfergaben wie Früchte, Reis, Wasser und Blumen niederlegen. Das Essen wird am Abend dann an die armen Menschen und vorallem Kinder in Battambang verteilt.

Eine lustige Fahrt mit dem Bambootrain

Als nächstes steht eine Fahrt auf dem Bamboo Train auf dem Plan. Die Schienen sind alles andere als gerade. Mann sitzt auf einem Brett aus Bambusrohren, welches auf Räder gelegt wird mit einem Motor. Falls ein anderer Bambuszug entgegen kommt, muss man vom Zug steigen und den Zug abmontieren. Nachdem der andere Zug passiert ist kann man weiterfahren. Am Ende der Strecke gibt es ein paar Souvenier- und Getränkeverkäufer. Lange wird es dieses Erlebnis wohl nicht mehr geben, da der Bambuszug einem richtigen Zug weichen soll, was ich sehr schade finde.

Wir haben eine sehr touristische Attraktion erwartet, doch für uns ist die Fahrt ein lustiges Erlebnis, saisonbedingt fast ohne Touristen und nur am Ende mit ein paar Verkaufsständen.

Mit Ty Ty und seinem TukTuk geht es weiter durch Dörfer in welchen wir lachenden Familien und Kinder begegnen, vorbei an Reisfeldern über staubige Strassen. Wir sehen uns die “Golden Gate Bridge” von Battambang an und probieren den Wein von hier (welcher uns nicht wirklich schmeckt). Ty Ty zeigt uns den Bamboo Sticky Rice, welchen man an der Strasse kaufen kann. Reis mit Kokosmilch und Bohnen in einem Bambusrohr gekocht. Wir erklimmen die vielen Treppen zum Banan Tempel, welcher ebenfalls eine schöne Ruine ist, ähnlich dem Angkor Wat.

Die grausame Geschichte der Killing Caves

Zum Schluss fahren wir auf einen Berg auf welchem sich die Killing Caves befinden. Wir besuchen die eine Gedenkstätte, eine Pagode, für die vielen Toten, welche hier umgebracht wurden.
Als Pol Pot und die roten Khmer während des Vietnamkrieges die Macht in Kambodscha an sich rissen –  mit dem Ziel alle Gläubigen oder Gebildeten Menschen und deren ganze Familie zu töten – wurde der einstige Tempel zerstört, alle Möche umgebracht und ein Gefängnis geschaffen. Hier wurden Kambodschaner, welche als Intellektuell eingestuft wurden, hingebracht und auf grausamste Art gefoltert. Wer die Folter überlebt hat wurde zum Rand der Höhle geführt, wo sie von den roten Khmer entweder erschossen oder mit einem Bambusstock auf den Kopf geschlagen wurden, sodass sie in die Höhle fielen.

Mir fiel der Besuch dieser Höhle extrem schwer – die Geschichte zu hören und die Orte zu sehen machen mich sehr traurig. Ich stelle mir Fragen, welche niemals beantwortet werden können – Wie kann man so grausam sein? Warum hat niemand etwas dagegen gemacht? Warum gibt es immer und immer wieder solch grausame Menschen?
Umso erstaundlicher finde ich es jedesmal wenn uns die Menschen hier anlachen. Hier wird weitaus mehr gelacht als bei uns zu Hause auf den Strassen und das, obwohl die Meistens Menschen hier Familienmitglieder verloren haben.

Bat Cave

Zum Sonnenuntergang setzen wir uns in ein “Strassenkaffe” und schauen zu, wie Millionen Fledermäuse die ihre Höhle verlassen und in Schwärmen zum Fluss und den Feldern fliegen, um dort Insekten und Früchte zu Essen. Ein wahnsinnig eindrückliches Spektakel.

Der heutige Tag war schön, anstrengend und lehrreich. Ty Ty ist ein super Guide, als dankeschön haben wir ihm unsere Regenjacke und ein kleines schweizer Taschenmesser überlassen. Er freute sich riesig. Nun wird er nicht immer nass bei seiner Arbeit in der Regenzeit.

2 Kommentare zu „Battambang – Das Tor zum realen Kambodscha

  • Traurig aber leider eine grausame Geschichte dieser Krieg. Ich finde es toll das ihr dorthin gegangen seid. Es gibt noch einige grausamere Gedenkstätten in ganz Europa. Da wir nicht in dieser Zeit gelebt haben in diesen Ländern, können wir es uns gar nicht vorstellen warum das Böse immer wieder aufkeimt bei gewissen UEBERMENSCHEN. Als ich nach Buchenwald ging konnte ich lange Zeit nichts mehr aus dem zweiten Weltkrieg weder lesen noch hören. Nun nach langer Zeit geht es wieder. Wir müssen wenn wir solche Gedenkstätten besuchen eines mit nach Hause nehmen. Niemals vergessen.Immer darüber reden. Auch wenn niemand zuhören will. Nicht nachlassen. Gegen das Vergessen ankämpfen. Darum gibt es die Stolpersteine Verlegung in Deutschland. Noch eines zuhören den Menschen die über diese Zeit erzählen möchten das ist noch ein wichtiger Bestandteil, denn es gibt nicht mehr viele davon.
    einen dicken Kuss. la zia

    • Cara zia <3
      Genau wie du sagst! In Kambodscha haben wir richtig gemerkt wie unser Guide noch darüber sprechen MUSS! Unglaublich diese Brutalität und doch gibt es immer wieder Kriege und Menschen welche im Prinzip genau das selbe tun. Sehr traurig! Reisen ist meist sehr schön, aber manchmal sieht oder hört man auch sehr traurige Geschichten. Sicher ist: nach unser Reise werden wir sehr viel reicher sein als zuvor, reicher an Wissen, Erfahrung und Erlebnissen!
      En Kuss und e grossi Umarmig :* Jenny und Michi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.