Tad Lo – Wasserfälle und ursprüngliche Dörfer

Von Pakse nehmen wir einen öffentlichen Bus nach Tad Lo, mitten im Bolaven Plateau von Laos. Dieser Bus ist sehr alt, ohne Klimaanlage und mit geschlossenen Fenstern. Auch die Laoten finden es heiss im Bus. Beim Einsteigen denke ich mir, dass dies wohl eine spezielle Busfahrt werden wird. Im Gang steht ein Karton mit einem Hahn drin, daneben unser Rucksack und noch ein paar Eisenstangen. Der offizielle Weg nach Tad Lo, für alle, die keinen privaten Fahrer buchen.

 

Wir entscheiden uns für das Palamei Guesthouse. Hier bekommen wir für 60000 Kip (ca. 6 CHF) ein Zimmer mit Balkon und Hängematte mit Blick auf das Reisfeld. Hier ist es total schön und ruhig. Ich habe das Gefühl von “in Laos ist die Welt noch in Ordnung”. Am Nachmittag spazieren wir am Fluss. Flussaufwärts sehen wir von der Brücke aus den Wasserfall Tad Hung, etwas weiter flussaufwärts befindet sich der etwas grössere und jetzt sehr schöne Wasserfall Tad Lo. Da wir Ende Regenzeit hier sind, fliesst sehr viel Wasser, was natürlich den Fluss wie auch die Wasserfälle optisch aufwertet.

Erlebnis Abendessen

Am Abend kann man in der Küche helfen. Der Koch verteilt die Aufgaben. Wir schneiden, rüsten und frittieren mit der Familie und anderen Gästen zusammen. Zum Schluss essen wir alle gemeinsam an einem grossen Tisch; ein amerikanisches Pärchen, fünf Vietnamesen, welche mit dem Roller unterwegs sind, zwei Französinnen welche in Pakse leben, zwei Spanier, die laotische Familie, eine deutsche Familie und zwei weltreisende Schweizer. Das ist ein richtig schönes Erlebnis und das Essen ist wunderbar.

Hochplateau Tour

Heute machen wir eine Tour mit dem Besitzer unseres Guesthouse. Nach dem Frühstück brechen wir auf.

 

Unser erster Stopp ist in einem Katou Village. Ein Dorf, in welchem die Menschen noch sehr altmodisch Leben. Es gibt erst seit kurzem einen Arzt, welcher alle 3 Monate ins Dorf kommt. Ansonsten helfen sich die Einwohner mit Kräutern, Wurzeln etc. Mit unserem Guide spazieren wir durchs Dorf und erfahren allerlei. Hier darf ein Mann mehrere Frauen heiraten und mit jeder Kinder haben. Sie wohnen dann alle zusammen in einem Haus. Die Kinder beginnen im Alter von 4 Jahren bei der Arbeit zu helfen, dies ist auch das Alter in dem sie mit dem Rauchen aus einer Bambuswasserpfeiffe beginnen.

Die Menschen hier wirken sehr glücklich, die Kinder spielen mit Allem was sie in die Finger kriegen. Zum Schluss gehen wir noch durch den “Supermarkt”. Unter einem Dach sitzen die Frauen am Boden. Vor sich legen sie dar, was sie geerntet haben. Mais, Beeren, Ingwer, Maniok, Erdnüsse, Durian, Süsskartoffeln und vieles, das wir noch nie gesehen haben. Am Boden liegt ein totes Tier (wir vermuten es ist ein Wiesel), welches die Kinder vorhin durchs Dorf getragen haben. Wir kaufen ein paar Sachen für das Abendessen ein und ich kaufe für 5000 Kip (0.50 CHF) einen Sack Rambutan. Wir vermuten, dass dieser Preis immer noch viel zu hoch ist, was uns aber nicht stört.

Adventure Trekking mit Alex

An der Strasse halten wir bei Alex, welcher mit uns eine Dschungelwanderung macht. Zu Beginn gehen wir durch Kaffee- und Tee-Plantagen, Alex erzählt uns viel über Tee und Kaffee. Am Boden lauern überall Blutegel, ich ekle mich wahnsinnig und hoffe, dass keiner Gefallen an mir nimmt.

Leider werde ich schneller als mir lieb ist der Tatsache bewusst, dass die Egel mich lieben. Schon hat sich einer an meinem Bein festgesaugt, ich reisse ihn weg, zurück bleibt ein roter Punkt. Als nächstes zeigt uns Alex eine riesige, gelb-schwarze Spinne, welche in ihrem Netz auf Beute wartet. Dies ist definitiv keine Wanderung für Menschen mit Spinnenangst. Ach Moment, das habe ich ja – umkehren ist jetzt aber keine Option mehr.

Wir kommen beim ersten Wasserfall, dem Tad Gneuang, an. Wir sind beeindruckt, es fliesst so viel Wasser die 35 Meter hinunter. Unsere Wanderung geht weiter, ich hätte jetzt genug und könnte wieder zurück, leider ist dies immer noch keine Option. Wir wandern durch den Dschungel, zum Glück hat Alex eine Machete dabei, um den Weg frei zuschneiden.

Es ist extrem rutschig, zum Glück haben wir einen Wanderstock. Alex und Mr. Ping schaffen es ohne Stock und in FlipFlops, wie auch immer sie das machen. Ich ekle mich weiterhin vor den Egeln. Als ich ausrutsche und ziemlich nahe an eine dieser grossen Spinnen komme, bin ich nervlich nah am Ende. Zum Glück steht uns eine Pause bevor.

Wir sind oben am Wasserfall Tad Fane. Nur wenige Touristen waren schon hier, wie wir später erfahren. Hier kann ich endlich meine Blase entleeren, ich wollte dies im Dschungel nicht riskieren!

 

Kurz regnet es, wir warten und gehen auf dem noch rutschigeren Grund weiter. Wir klettern weiter durch den Dschungel. Alex schneidet uns den Weg frei, zeigt uns an welchen Bäumen und Lianen wir uns festhalten können und hilft uns den Bach zu überqueren. Wir klettern mit nassen Schuhen weiter, da wir mitsamt Schuhen ins Wasser stehen mussten.

Tad Fane

Diese Wanderung wäre einfacher, wenn man sie nicht in der Regensaison machen würde. Unterwegs entdeckt Mr. Ping (unser zweiter Begleiter, ein 15-jähriger Junge) eine Schlange – eine giftgrüne Viper. Mit einem gesunden Abstand schauen wir sie uns an, bevor wir weiter gehen. Wir werden mit einer tollen Aussicht auf den Tad Fane Wasserfall belohnt, als wir das Tad Fane Resort erreichen. Dies kann man übrigens auch bequem mit dem Auto anfahren, den ersten Wasserfall Tad Gneuang auch.

…aber dann hätten wir natürlich dieses Abenteuer nicht erlebt und jetzt nichts zu erzählen – ich weiss!

Zum Schluss trinken wir bei Alex noch einen sehr feinen Grüntee, sowie einen guten Kaffee, welchen er selber röstet und verkauft. Die Tour war super (super anstrengend) und Alex ist ein guter Guide, welchen wir sofort für Action-Wanderungen empfehlen würden.

Wir verbringen eine wirklich schöne Zeit im Palmei Guesthouse in Tad Lo und kommen gerne hier zurück. Zum Abschied bekommen wir noch Armbänder für eine sichere Weiterreise und viel Glück.

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