Crazy Tokio – wo Hightech und Tadition aufeinander trifft

Unsere Reise führt uns für einen Städtetripp nach Japan. Tokio um genau zu sein. Wir landen am Morgen und beschliessen mit den öffentlichen Verkehrsmittel (Metro, Zug etc.) zu unserem Appartement in Nakano zu fahren. Dafür kaufen wir eine Pasmo-Karte, welche man für alle öffentlichen Verkehrsmittel nutzen kann.

Wir haben hunger und möchten Ramen (eine Suppe mit Nudeln und in unserem Fall Poulet und Pilzen) essen. In einer Seitengasse finden wie ein kleines Lokal, es hat Platz für ca. 6 Personen. Der Koch und (wahrscheinlich) seine Mutter sprechen nur japanisch. So bekommen wir uns zum ersten Mal in dieser Stadt etwas zu Essen, was genau wissen wir nicht bis es vor uns steht. Wir können 180 Gramm und den Preis von 700 Yen lesen. Wir lösen ein Ticket, bezahlen und bekommen eine Schale mit Suppe, Nudeln, Pilzen und Poulet, gewürzt mit Fischsauce. Da muss ich wohl durch. Der Koch und seine Mutter sind sehr nett, auch wenn sie kein Englisch sprechen, versuchen sie zu erraten ob es uns schmeckt und schauen uns die ganze Zeit beim Essen zu. Das ist ein komisches Gefühl, wird aber wohl nicht das letzte Mal so sein. In Tokio etwas zu finden stellt sich als ziemliche Herausforderung dar, da alles in japanischen Zeichen beschriftet ist. Das könnte interessant werden.

 

Da wir von der Vermieterin unseres airbnb nichts mehr gehört haben, gehen wir in ein Restaurant mit Internet, um auf Informationen zur Schlüsselübergabe zu warten. Leider warten wir vergebens und so nehmen wir Kontakt mit airbnb auf, welche uns versprechen sich darum zu kümmern. Wir müssen allerdings bis um 18:00 Uhr warten. So suchen wir uns eine neue Unterkunft. Diese befindet sich auf der anderen Seite der Stadt und so fahren wir nochmals quer durch Tokio, um zu unserer Unterkunft (Airbnb: New Open!20mins Roppongi&Shinjuku!free wifi ! von Xiao Yan, unsere Bewertung 4/5) zu gelangen.

Disney Sea

Der heutige Tag ist für einen Ausflug ins Disney Sea reserviert. Nach einer kurzen Nacht (nach dem Reisetag und den Strapazen von gestern) stehen wir um 6:30 Uhr auf. Es sei wohl empfohlen, früh dort zu sein. Da ja bekanntlich alles auf japanisch beschriftet ist finden wir beim Umsteigen den Anschlussbus nicht und verpassen ihn. Nach einiger Zeit finden wir jemanden, der Englisch spricht und uns den Weg zeigt. Wir sind ihm sehr dankbar! So erreichen wir kurz vor 9:00 Uhr den Eingang vom Disney Sea, welches neben dem Disneyland liegt.

Der Unterschied besteht darin, dass das Disney Sea eher für Erwachsene, als auf Kinder ausgerichtet ist. Es gibt anspruchsvollere Bahnen – und Duffy. Duffy ist der Plüschbär von Mickey Mouse und hier in Asien sehr bekannt und beliebt! Im Shop (Duffyartikel sind nur in Disney Sea erhältlich) muss man tagsüber lange Schlange stehen. Im Disney Sea gibt es kein Schloss, dafür sind unter anderem Aladdin und Ariel in diesem Park zu Hause.

Um ehrlich zu sein, ich war noch nie im Europapark oder in einem Disneyland. Ich weiss also nicht was mich hier erwartet. Gleich beim Eingang treffen wir auf Mickey Mouse in lebensgrösse. Um ein Foto mit ihm zu machen gibt es eine lange Schlange, in welche wir uns definitiv nicht stellen. Gleich danach kommt ein Hafen, wo in Kürze eine Piratenshow stattfindet. Jetzt sehe ich wie verrück die meisten hier sind. Eingekleidet in Prinzessinenkleider, mit Mickey Mouse Ohren oder andere lustige Acessoires. Die Show ist ein riesen Spektakel mit Wasser und Feuer.

Jetzt möchten wir in den Genuss der Bahnen kommen. Bei der Toy Story Bahn wartet man 2 Stunden, für uns zu viel. Wir gehen zu einer anderen Bahn – House of Terror, welche sehr gut sein soll. An der Tafel steht eine Watezeit vom 1 Stunde, wir stellen uns an und nach 45 Minuten sind wir mit wackeligen Beinen wieder draussen. Ein einmaliges Erlebnis!

Es gibt Shows und verschiedene Welten, mal warten wir länger, mal weniger. Alles in allem ist es sicher von Vorteil an einem Wochentag, nicht in den Ferien hier zu sein. Wie überall sprechen sie auch hier hauptsächlich japanisch, was vorallem für die Shows schade ist, da wir nicht viel verstehen.

Bei einigen Bahnen und Shows gibt es einen Fasttrack. Bei diesem muss man nicht in der Schlange warten. Man löst ein Ticket an den dazu vorgesehenen Automaten neben der Entsprechenden Attraktion. Auf dem neuen Ticket steht eine Zeit, zu welcher man wieder bei der Attraktion sein muss. Das heisst man kann durch den Park spatzieren oder Essen gehen und dann ohne lange anzustehen die Show oder die Bahn geniessen.

Um 20:10 Uhr schauen wir uns die Schlussshow mit Laser und ein wenig Feuerwerk an, leider gibt es heute nicht “die richtige” Show mit grossem Feuerwerk. Kurz vor Ende gehen wir noch zu der Toy Story Bahn, welche den ganzen Tag sehr beliebt war und immer Wartezeiten von 90-120 Minuten anzeigte. Wir haben Glück, 50 Minuten Wartezeit wird angezeigt. Natürlich stellen wir uns sofort in die Reihe. Kurze Zeit später ist die Abschlussshow vorbei und die Menschen kommen wieder. Die Wartezeit erhöht sich sofort auf 90 Minuten. Wir sind gespannt warum diese Bahn so beliebt ist.

Toll wars! Um Mitternacht fallen wir müde und zufrieden ins Bett. Das war ein langer Tag!

Waschtag auf japanisch

Wer sich fragt, wie und wo wir die Wäsche waschen, hier die Lösung: Wenn möglich waschen wir sie selber im Appartement oder in einer Laundry. Oder wir geben sie irgendwo ab und bekommen sie 1-2 Tage später gewaschen zurück, meist in günstigen Ländern. Heute waschen wir mit der Maschine in unserem Appartement, was sich als nicht ganz einfach herausstellt, denn alles ist auf japanisch beschriftet. Aber wir schaffen das, auf jeden Fall ist unsere Wäsche nach 1 Stunde nass, geschleudert und riecht nach Waschmittel. Wir geben uns zufrieden damit.

Citytour

Als nächstes stürzen wir uns in das Technikviertel Akihabara. Hier gibt es viele Elektronikläden und Spielhallen. Ich staune nicht schlecht wie viele Japaner an diesen Automaten ihre Mittagszeit verbringen und wie wild auf die Knöpfe schlagen.

Am Nachmittag gehen wir zum Metropolitan Government Building, in welchem man gratis in den 45. Stock darf und eine tolle Aussicht über die Stadt hat. Wir erkennen sogar die Umrisse des Mt. Fuji in der Ferne. Wir sind überrascht dass man von der Metrohaltestelle bis zum Regierungsgebäude unterirdisch gehen kann. In dieser Stadt gibt es so viele unterirdische Gänge und Tunnel, das ist unglaublich. Als wir um 17:00 Uhr durch die Strassen gehen wissen wir auch warum. So viele Menschen und Autos, da kommt man unterirdisch wirklich schneller voran.

Im Viertel Shinjuku gehen wir in ein Sushitrain-Restaurant, ein spezielles Erlebnis, wie alles in Japan. Es gibt sehr viel Auswahl. Ich schaffe es, ein, zwei Häppchen zu finden, die ich mag – mit viel Wasabi. Eigentlich sollte man nicht viel Wasabi mit dem Sushi essen, da man so den Geschmack nicht mer erkennt. Was aber genau meine Idee ist, da ich Fisch ja nicht sehr gerne mag. Ich achte darauf dass der Sushi-Sensei es nicht sieht um ihn nicht zu beleidigen. Als wir aus dem Restaurant gehen stehen die Menschen davor Schlange. Allgemein stehen Leute hier immer für etwas Schlange.

In der gesamten Stadt gibt es sehr wenige Mülleimer und doch ist es eine sehr saubere Stadt. Jeder nimmt seinen Abfall mit nach Hause und trennt Papier, Plastik etc.

Als Abschluss gehen wir über die Takeshita Strasse nach Shibuya. Wo es viele Läden und Menschen gibt, spät Anends sind es jedoch nicht mehr so viele. Vielleicht gehen wir nochmals an einem andern Tag zur “Shibuya-Stosszeit” hin. Die Kreuzung bei Hachiko ist verrückt. Wenn die Ampel grün wird, läuft man mit tausenden Menschen quer über die Strassen, ein Spektakel.

Kulturtag

Bevor wir den Senso-Ji Tempel anschauen, essen wir Wagyu Beef im Marugoto Nippon. Was für eine Gaumenfreude, endlich wieder einmal ein saftiges feines Stück Fleisch. Der Tempel ist ziemlich touristisch, dennoch schön und sehr interessant. Da auch viele JapanerInnen ihn besuchen. Nach dem Tempel schlendern wir durch die Marketstreet, an welcher es viele Souvenirs wie Fächer, Essstäbchen etc. zu kaufen gibt.

In Tokio ist es eher schwierig ein Kaffee zu finden, in welchem man kurz verweilen kann um etwas zu trinken und sich auszuruhen. So landen wir wieder einmal im Hard Rock Cafe, der Zufluchtsort für “verlorene Touristen”.

Golden Gai

Heute Abend finden wir das Barquartier, Golden Gai! Ca. 300 Bars auf kleinstem Raum. In jeder Bar gibt es max. 10 Plätze, manchmal auch weniger. Wir entscheiden uns für eine Bar, die Erste ohne “Eintrittsgebühr”, welche in Tokio meistens verlangt wird. Schon bald kommen wir mit zwei Japanern ins Gespräch. Auch wenn die Japaner hier sehr reserviert erscheinen, sind sie, falls sie Englisch sprechen hilfsbereit und durchaus freundlich.

Tokio ist eine riesige Stadt, mit sehr vielen Menschen. Allerdings müssen wir auch feststellen, dass es hier durchaus schwierig sein kann. Da ich Fisch nicht sehr mag, war es eine sehr grosse Herausforderung etwas zu Essen zu finden. Ich habe gelernt Lachs-Sashimi zu Essen. Die wenigsten der vielen Menschen sprechen Englisch und so standen wir oft vor Tafeln mit japanischen Schriftzeichen, welche uns auch nicht weiter halfen.

Es war auch sehr schwierig ein öffentliches Wi-Fi zu finden, oder wir waren an den falschen Orten dafür. Dennoch ist Tokio eine interessante Stadt mit freundlichen Menschen. Allerdings braucht man hier Zeit und Geduld, denn überall muss man Schlange stehen.

Weiter gehts nach Hong Kong!

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