Abtauchen in eine andere Welt – der Komodo Nationalpark

“My favourite thing to do on this planet is to scuba dive.”
– Buzz Aldrin, zweiter Mensch auf dem Mond

…er muss es wissen. Im Komodo Nationalpark trifft dies besonders zu.

Von Bali fliegen wir nach Labuan Bajo auf der Insel Flores. Der Flughafen ist nicht weit von der Hafenstadt entfernt. Wir wohnen im Matahari Hotel und haben ein etwas teueres Zimmer genommen, was sich durchaus lohnt. Da der Ort selber nicht wirklich schön ist, hat man so einen Rückzugsort. Die meisten Touristen gehen von Laban Bajo auf ein Tauchboot, um im Komodo Nationalpark zu tauchen oder machen einen Tagesausflug nach Komodo um die Komododrachen anzuschauen. Dementsprechend wechseln sich entlang der Hauptstrasse Tauchshops und Touranbieter ab, dazwischen gibt es noch ein paar Restaurants, Kaffees und Hotels. Wir entscheiden uns für die Tauchschule Uber Scuba, welche uns von den Gili Divers empfohlen wurde.

Batu Bolong

Unseren ersten Tauchgang starten wir mit einem Highlight: Batu Bolong. Es gibt tausende Fische von ganz kleinen bis zu wahnsinnig grossen. Wir tauchen mitten drin und fühlen uns in den Gruppen direkt aufgenommen 🙂

Auch die anderen Tauchplätze sind wunderschön. Wir tauchen mit vielen Schildkröten von klein bis sehr gross, sehen Riffhaie und viele diverse kleine und grosse Fische sowie Muränen in allen Grössen. Zum ersten Mal sehe ich eine riesige Muräne in voller Länge (und Dicke), etwa so, wie die Muränen der Meerhexe Ursula aus dem Film Arielle die Meerjungfrau, und bin beeindruckt wie gross diese Tiere sein können.

Das Schiff der Tauchschule Uber Scuba Komodo ist super. Es gibt viel Platz zum Ausruhen zwischen den Tauchgängen – in der Sonne, wie auch im Schatten. Das Essen ist immer frisch, lecker und zur Genüge vorhanden. Auf dem Boot gibt es auch eine Frischwasserdusche, was nach dem Tauchen sehr angenem ist. Ich denke auch auf einer mehrtägigen Tauchsafari wäre man bei dieser Tauchschule gut aufgehoben und bereue es ein wenig, dies nicht zu machen.

Mantas, Haie und Strömung

Zweiter Tauchtag, wir gehen in den Norden. Dort sei das Tauchen anspruchsvoller und nur für Advanced-Diver. Beim Briefing wird uns gesagt, dass es etwas Strömung habe, mittlere Strömung. Das Tagemotto lautet eindeutig “trust the hook”. Wir sollen einen Riff-Haken mitnehmen und so schnell wie möglich nach unten tauchen. Als wir nach einem harten Kampf gegen die Strömung endlich am Grund ankommen, machen wir uns an einem Felsen mit unserem Haken fest und hängen in der Strömung. Wie versprochen schwimmen vor uns viele Weisspitzenriffhaie und sogar ein grauer Riffhai umher. Unerwarteterweise löst sich mein Haken und ich treibe davon. Zum Glück finde ich schnell ein anderes Loch im Felsen und kann mich erneut festmachen. So viel zum Thema “trust the hook”. Das war ein cooler und spannender Tauchgang, wenn auch ziemlich anstrengend und nervenaufreibend.

Der zweite Tauchgang, selbes Prozedere jedoch mit weniger Strömung, für uns immer noch viel. Jedoch konnten wir auch ein wenig ohne Haken tauchen. Am Zielort angekommen, haken wir uns ein und schauen ein paar Riffhaien und einer riesigen Muräne zu, wie sie in der Strömung schwimmen. Welch Wunder, mein Haken löst sich wieder, zum Glück ist Michi in der Nähe und erwischt meine Hand, sodass ich mich wieder festmachen kann. “(Don’t) Trust the hook”!

The Cauldron

Der letzte Tauchgang ist ein Driftdive, aber mit wesentlich weniger Strömung. Ausser an einer Stelle (Shotgun). Da kann man mit der Strömung “fliegen”. An besagter Stelle haken wir uns erneut ein und sind mit dem Gesicht gegen die Strömung gerichtet. Es zieht richtig stark und ist anstrengend dagegen anzukämpfen. Ich erblicke einen Manta – unser Erster – kurz bevor sich mein Haken wieder löst. Zum x-ten Mal am heutigen Tag verfluche ich diesen Haken. Zum Glück kann ich jedoch sofort wieder ankern.

Wir driften im Shotgun Kanal und entdecken noch zwei Mantas. Sofort haken wir uns wieder ein. Diesmal habe ich einen super Halt und bewege mich kein Stück: “Trust the hook!” Die Mantas kommen ganz nah, mein Traum geht in Erfüllung und ich tauche Minuten neben dem schönsten Meeresbewohner, den ich je gesehen habe. Überglücklich tauchen wir weiter und sehen zu unser Überraschung nochmals drei Mantas über uns, zusammen mit einer Schildkröte. Vor lauter Freude vergiesse ich sogar ein paar Freudentränchen in meiner Taucherbrille. Ein Traum wurde wahr und wir sind überglücklich zurück auf dem Boot. Das war ein total anstrengender Tag, welcher zum Schluss zu einem Traumtauchtag wurde.

Der letzte Tauchtag – Manta-Time!

Unseren letzten Tauchtag verbinden wir mit dem Komododragon Trek. Beim ersten Tauchgang sehen wir wieder viele Schildkröten. Leider finden wir auch eine sehr lange Angelschnur und Plastik im Meer, gleich neben der Schildkröte. Wir nehmen alles mit aufs Boot. Ich bin froh waren wir da und haben die Schnur und den Plastik weggenommen bevor sich die Schildkröte verfangen hat. Also bitte, denkt immer daran: Plastik gehört in den Müll!

Schildkröten können nichts sehen. Das ist auch der Grund, warum man so nah an sie herantauchen kann. Jedoch sollte man nie längere Zeit über ihnen tauchen oder vorallem schnorcheln. Denn so hindert man sie daran aufzusteigen um Luft zu schnappen und sie können unter Umständen ertrinken!

Beim zweiten Tauchgang tauchen wir nochmals mit sechs Mantas und drei Weissspitzenriffhaien. Natürlich gibt es auch diesmal bei beiden Tauchgängen viele Fische, sowie wunderbare Korallen. Die Zeit mit den Mantas können wir richtig geniessen, denn wir sind allein mit ihnen und sie schweben immer wieder neben und über uns. Ein super schönes Erlebnis!

Komodo Dragons

Nach dem Mittagessen gehen wir auf die Insel Rinca, um die grossen Komodowarane in freier Wildbahn anzuschauen. Dazu brauchen wir einen Ranger, welcher uns einiges über die Tiere erzählt und uns beschützt, sollten sie aggressiv werden. Die Komodo-Echsen können bis zu drei Meter gross werden. Meist liegen sie träge im Schatten, jedoch können sie auch ganz schnell rennen, wenn sie Hunger haben oder etwas Verteidigen möchten. Die Echsen sind gefährlich, da in ihrem Mund viele Bakterien leben. Wird man von einem Komodowaran gebissen werden die Bakterien im Blut verteilt und man stirbt. So töten sie auch Wasserbüffel; ein Biss und dann warten sie bis er stirbt, damit sie das Festmahl geniessen können.

Gleich nach dem Eingang, wo die Boote anlegen und nach dem Bezahlen der Parkgebühr sehen wir drei Warane in der Nähe der Küche der Ranger. Er erklärt uns, dass die Warane eigentlich sehr faul sind, jedoch riechen sie sehr gut. In der Hoffnung etwas Essbares zu ergattern kommen sie immer mal wieder zur Küche.

Auf dem Track gehen wir an den Nestern der weiblichen Warane vorbei. Warane legen ihre Eier im Juli in Löcher im Boden und bewachen sie für ca. 3 Monate. Danach werden die Eier eingegraben und weitere “Nestattrappen” gebaut, damit diese nicht vorzeitig gefressen werden. Dann gehen sie weg und überlassen die Eier ihrem Schicksal. Nach der Regenzeit schlüpfen die jungen Warane. Von 30 Eiern sind ca. 15 befruchtet und aus diesen werden dann nur 1-3 Warane schlüpfen. Da die Mutter die Jungen nicht beschützt, sind sie auf sich gestellt. Diese kleinen Warane leben hauptsächlich in den Bäumen, da die grossen Warane (sogar die eigene Mutter) und Adler dort nicht nach Futter suchen, zu welchem auch der Babywaran zählt. Sie müssen alles selbstständig lernen. Wir haben Glück und sehen einen Babywaran auf einem Baum, dieser muss vor wenigen Wochen geschlüpft sein.

Nach dem Abendessen mit unseren neugewonnenen Freunden Ramona und Marco von planlosreisen.ch, welche schon 1 Jahr in der Welt unterwegs sind, machen wir noch einen Dog Spiele-Abend, bevor sich unsere Wege vorerst wieder trennen.

Mit diesem wunderbaren Tag endet unsere Komodo-Reise, sowie unsere Zeit in Indonesien. Morgen fliegen wir nach Tokio.

Dieser Ausflug nach Komodo mit dem eher teuren Flug, sowie den teuren Tauchtagen und den eher teuren Hotel ist jeden Rappen wert! Das Tauchen ist wunderbar hier und wir würden jederzeit nochmals kommen, um eine Livaboard-Tour zu machen!

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