Gili Trawangan – Gegensätze sind der Alltag

Eine Insel, auf welcher Kulturen aufeinander treffen. Zum einen die religiösen Moslem, welche regelmässig in der einzigen Moschee der Insel zum Gebet erscheinen, zum anderen leben auch wenige Hindus auf der Insel. Dazu kommen die Touristen, welche auf die Insel kommen um Party zu machen, Sonne zu tanken und sich hauptsächlich in knappen Shorts und Shirts bewegen. Psychodelische Pilze und Cannabis sind kein Tabu hier.

Anreise

Vom Hafen in Bangsal, Lombok nehmen wir die öffentliche Fähre. Diese Kostet 17’500 IDR (=1.30 Dollar). Das Einzige was man beachten muss ist, dass man nicht bei einem “falschen Händler” ein Ticket kauft. Das offizielle Ticket-Office befindet sich am Ende der Strasse links vor den Booten. Die Überfahrt verläuft ohne Probleme, manchmal ein bisschen wellig, aber das macht uns nichts aus.

Unsere Unterkunft

Am einfachsten ist es auf dieser Insel vor Ort nach einer Unterkunft zu suchen. So gehen wir mit unserem Gepäck den Strassen entlang und fragen nach freien Zimmern und Preisen. Hier gibt es so viele Zimmer. Wir haben das Gefühl, dass jeder, der hier wohnt noch mindestens 1-2 Zimmer vermietet. Für die nächsten zwei Nächte entscheiden wir uns für eine sehr günstige Unterkunft, das Gili Bale Ray (ca. CHF 12.5/Nacht), welche nicht direkt am Meer liegt. Unser Zimmer ist im 2. Stock und vom Balkon aus können wir auf die Strasse gucken. Unsere Unterkunft liegt nahe bei der Moschee, so können wir immer zuschauen wer wann zur Moschee geht und kommt. Ein sehr eindrückliches Schauspiel.

Ein ruhiger Abend auf Gili Trawangan

Zum Abendessen gehen wir in eine Seitengasse, wo man viel günstiger als in den Strandrestaurants und sehr gut Essen kann. Danach machen wir uns auf den Weg an die Hauptpromenade. Auf Gili Trawangan muss man überhaupt keine Angst haben in der Nacht umherzustreifen, auch nicht in den einsamen Seitengassen.

Jeden Abend findet ein Nachtmarkt mit verschiedenen Essensständen beim Hafen statt. Die Bars entlang der Promenade spielen laute Musik und überall werden diese psychodelischen Pilze verkauft. Wir setzen uns in eine etwas ruhigere Bar und schauen dem Treiben zu. Wie auf einem Laufsteg stolzieren die Touristen mit ihren super knappen Outfits und oft krebs-rotgefärbter Haut die Promenade hoch und wieder runter. Und mit jedem Mal sind sie betrunkener als zuvor.

Wir treffen ein schweizer Paar, welches schon seit fast einem Jahr unterwegs ist (www.planlosreisen.ch). Wir tauschen Tipps und Erfahrungen aus und verweilen lange in der Bar und am Strand. Es ist immer wieder schön nette Menschen, die sogar die gleiche Sprache sprechen zu treffen und sich auszutauschen.

Tauchen um Gili

Dive-Day! Wir tauchen mit den Gili Divers. Welche sehr gutes Equipment und nette Divemaster haben. Wir tauchen in kleinen Gruppen, das heisst 2-4 Taucher pro Guide. Am Morgen tauchen wir am Sharkpoint, haben aber leider kein Glück und sehen keine Haie. Zum Schluss sehen wir noch 3-4 Schildkröten. Ich liebe es mit ihnen zu tauchen, ich könnte stundenlang nebenher schwimmen und sie beobachten.

Unseren zweiten Tauchgang machen wir am Mantapoint, auch da haben wir kein Glück und sehen keine Mantas. Dennoch sind dies zwei sehr schöne Tauchgänge.

Hari Raya

Heute Abend beginnt das grosse Fest der Moslems, Hari Raya, auch bekannt als Bayram. Um 16.00 Uhr schliessen die meisten Restaurants am Strand, da die Moslem frei bekommen um zu beten, feiern, essen… und was auch immer sie die nächsten Tage machen. Ich bin auf alle Fälle gespannt, wie es hier auf der Insel in den folgenden zwei Tagen sein wird…

Wir gehen an die Strandpromenade. Auf einmal wird es hinter uns wahnsinnig laut. Der Imam singt die Gebete in der Moschee, oder ist es der Muezzin, welcher zum Gebet ruft?! Die Einheimischen kommen mit selbst gebastelten Wagen mit Lautsptechern und veranstalten einen Umzug. Kinder mit Fackeln, die etwas Grösseren mit Feuerwerk und Knallkörper. Alle haben sich schöne Kleider angezogen. Es kommt mir vor als würden sie sich “ihre Strasse” zurück holen. Wo sonst partywütige Touristen saufen, machen die Moslems heute eine  traditionellen Umzug. Die knapp bekleideten Partygänger neben den Einheimischen mit dem schönen Gewand. Und es geht einfach so nebeneinander. Die ganze Nacht wird weiter gesungen und gebetet. Wir schlafen nicht sehr viel, da unsere Unterkunft in der Nähe der Moschee ist.

Fahrradtour

Mit dem Fahrrad um die Insel. Eine sehr strenge Angelegenheiten, da die Fahrräder alt und nicht im besten Zustand sind. Und die Strasse gleicht eher einem Weg und ist meist sandig. Die Strände und das Meer sind nicht wirklich schöner auf der anderen Seite der Insel. Die Strände sind sehr sauber, jedoch liegt in der Inselmitte viel Plastik und Abfall herum.

Umzug ins Gili Turtle Village

Wir suchen uns ein neues Zimmer, etwas weiter weg von der Moschee und den Hühnern und werden am Strand fündig. Für einen guten Preis – da das Resort noch nicht fertig ist – ziehen wir ins Gili Turtle Village. Am Anfang war es wirklich sehr ruhig, doch leider haben wir den Fehler gemacht, die untere Wohnung eines doppelstöcköckigen Bambushauses auszusuchen.
So viel sei gesagt, wir hören jeden Schritt unserer oberen Nachbarn. Wir nennen sie liebevoll die Elefantenfamilie.

By the way: Heute hatten wir die erste Ratte in unserem Zimmer. Wir sind schön erschrocken, als wir sie um 04:00 Uhr an unserem Essen knabbern hörten.

Glücklich stellen wir fest, dass die Elefantenfamilie ausgezogen ist. Was wir nicht wissen und erst später bemerken; es ist eine neue noch grössere Elefantenfamilie eingezogen. Ich kann sogar das Schnarchen des Vaters hören.

Getrennte Wege

Michi macht in den nächsten 3 Tagen den Rescue Diver Kurs bei den Gili Divers. Ich entspanne mich in der Sonne, vorzugsweise in einem Liegestuhl mit einer frischen Kokosnuss. Schön, so zu Leben 🙂

Geheimtipp

Heute befolgen wir den geheim Tipp von Michis Tauch-Instruktor. Gleich neben der Tauchschule gibt es eine schmale Gasse, welche am Abend auch sehr dunkel ist. Am Ende dieser Gasse finden wir einen “Warung”, das ist eine Strassenküche der Einheimischen. Für wenig Geld gibt es gutes lokales Essen und Tee. Es gibt auch Fruchtsäfte. Da ich aber schon den ganzen Nachmittag mit Bauchkrämpfen (übrigens das erste Mal seit unser Reise) zu kämpfen habe, bestelle ich lieber nur Gekochtes. Also Essen wir ein Nasi beziehungsweise Mie Goreng und trinken Tee. Alles sehr lecker und – wenn es gewünscht wird – ordentlich scharf. So soll es sein! Wir bekommen ein wunderbares Abendessen für weniger als 7 Dollar. Es gibt es doch, das günstige Essen, man muss nur wissen wo.

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