Lombok – Bali’s entspannter Nachbar

Als wir ins Flugzeug steigen, herrscht eine komische Stimmung. Die Passagiere schauen grösstenteils etwas grimmig. Wo sind all die lachenden Gesichter von Borneo? Um 18:30 Uhr bekommt jeder eine Dattel und die Passagiere nehmen ihre Getränke hervor. Da wird uns klar: Sonnenuntergang – endlich dürfen die Moslems wieder essen!

Die Stimmung im Flugzeug ändert sich rasch und nach der Landung singen und lachen die meisten. Wir wissen es nicht mit Sicherheit, doch wir denken es hägt mit dem Fasten und Essen zusammen. Ich würde mich auf jeden Fall auch freuen, wenn ich nach einem Tag ohne Essen und Trinken wieder etwas zu mir nehmen kann.

Wir landen am Abend in Lombok und sind froh, haben wir unseren Transfer vom Hotel organisieren lassen. Vor dem Flughafen stehen viele Taxifahrer oder Transportunternehmen, die sich lautstark um die Touristen reissen. Wir gehen gemütlich mit unserem Fahrer zum Auto, wie schön!

Unterkunft in Mangsit

Wir wohnen im Teras Lombok, ein kleines Bungalow Resort mit Pool mitten in einem Dorf von Einheimischen. In der Nähe befindet sich eine Moschee, sowie duzende Ziegen, Gänse und Hühner, welche zwischen den Hütten leben. Zum Mangsit Beach sind es zu Fuss nur fünf Minuten. Ein sehr ruhiger, sauberer Strand mit schwarzem Sand! Uns gefällt es hier total gut und wir fühlen uns sofort wohl. Die Angestellten in unserer Unterkunft sind sehr zuvorkommend und hilfsbereit. Allgemein sind die Menschen freundlich und die Natur scheint intakt zu sein. Ich würde sagen, bis jetzt ist Lombok das Highlight unserer Reise, und das nach nur einem Tag.

 

Lombok entdecken

Heute machen wir eine “Touristen-Tour”. Unser Fahrer, welchen wir gestern auf der Strasse kennenlernten, holt uns um 9:00 Uhr ab. Ja, wir haben uns auch überlegt, ob es nicht ein Betrüger sein könnte, aber irgendwie muss man ja auch mal wieder jemandem trauen. Und wir haben Glück! Wir erleben viel und können unserem Fahrer jederzeit sagen wo oder wann er stoppen soll und was wir uns anschauen möchten.

Batu Bolong

Ein schöner, kleiner Hindu-Wassertempel. Am Eingang bekommen wir ein Tuch um die Hüften, ein Muss für den Eintritt. Ich finde die kleinen Tempel immer sehr schön, da sie noch so echt sind und nicht extra für Touristen hergerichtet werden. Es gibt auch einen abgesperrten Teil, der nur zum Beten ist und sonst nicht betreten werden darf.

 

Chinesische Grabstätte

Wir halten an einem riesigen chinesischen Friedhof. Die Gräber werden immer direkt an der Strasse gebaut. Je grösser und farbiger ein Grab ist, umso reicher die Familie des Verstorbenen.

Local Market

Wir besuchen den Markt in Mataram, an welchem die Einheimischen Einkaufen gehen. Wir sind die einzigen Touristen hier. Es geht wild zu und her. Viel Platz gibt es nicht, um zwischen den Ständen durchzugehen. Michi schaut ein wenig schockiert, als ihm ein Mann mitten im Gewühl “high-five” geben möchte. Auf dem Markt gibt es sämtliches vorstellbares Gemüse, Früchte, Gewürze, Fisch, alles vom Huhn oder der Kuh zu kaufen. Auch Sachen, die ich vorher noch nie gesehen habe. Die Verkäufer sind sehr freundlich. Diejenigen, die ein wenig Englisch sprechen fragen ob wir z.B. ein Sieb oder Tofu kaufen möchten. Ich muss dann immer ein wenig lachen. Was denken sie, was Touristen mit einem Sieb machen sollten?

Grösste Moschee von Lombok

Wir halten kurz bei der Zentralmoschee von Lombok in Mataram, welche wirklich riesig und farbig ist. Wir gehen nicht rein, da so eben das Mittagsgebet beginnt. Ausserhalb der Mosche stehen ca. 5 Lastwagen verschiedener Banken, an welchen die Moslem ihre grossen Noten in kleine wechseln können. In ein paar Tagen ist das Ende des Ramadan. Hari Raya wird das Fest hier genannt und man schenkt Kindern Geld. Deshalb stehen diese gut bewachten Bank-Laster vor der Mosche.

Banyumulek Töpferei

Wir schauen uns eine traditionelle Töpferei an, in welcher es sehr schöne getöpferte Sachen gibt. Ich versuche mich auch mal im Töpfern. Mit Hilfe der Töpferfrau erschaffe ich eine hübsche kleine Schale.

Sukarare Village

Als Nächstes fahren wir durch ein Dorf des Stammes der Sasak. Hier ist alles noch sehr einfach. Reisfelder, Strohhütten und Tiere. Wir halten in einer Weberei. Wenn eine Frau nicht weben kann, darf sie nicht heiraten. Klar, dass ich das versuchen muss. Ich setze mich hin und die Frau erklärt mir wie es funktioniert. Ein Mann der zuschaut und alles erklärt, nimmt die Stange vor meinen Füssen weg und sagt: “Oh very long legs!” Das höre ich mit meinen 1.57m jetzt aber auch zum ersten Mal in meinem Leben 🙂 Wir müssen lachen. Zum Schluss stellen die Einheimischen fest, dass ich nun heiraten darf. Was also heisst, dass ich weben kann! 😉

 

Tanjung A’an

Unser nächster und letzter Halt ist am Tanjung A’an Beach. Breiter, weisser Sandstrand, türkisblaues Meer. Und ein gutes Restaurant, nicht ganz am Anfang, das Warung Turtle Restaurant am Strand. Lange wird dieser Ort nicht mehr so traumhaft idyllisch sein. Kurz vor dem Strand, in Kuta, werden Luxusresorts aufgestellt, welche von Saudiarabern finanziert werden. Es gefällt uns nicht zu sehen, wie alles platt gemacht wurde und jetzt frisch geteert und vebaut wird. Die meisten Bäume wurden abgeholz, die kleinen Restaurants, welche vor kurzer Zeit noch Beachfront waren, sind in ein paar Jahren von Luxusresorts verdeckt, falls sie bestehen bleiben dürfen.

Rollercoaster

Heute mieten wir einen Roller, was hier sehr günstig (50-60k IDR/Tag) ist. Die Strassen sind sehr gut. So klappern wir einige schöne, einsame Strände nördlich von Senggigi ab. Zum Schluss gönnen wir uns noch ein Verwöhnprogramm: Michi mit einer Massage und ich lasse meine Nägel frisch lackieren und die Spitzen meiner Haare schneiden. Jetzt sind wir startklar für die Gili-Inseln, zu welchen wir morgen aufbrechen werden.

3 Kommentare zu „Lombok – Bali’s entspannter Nachbar

  • Hallo Ihr Lieben

    also die Sequenz im Flugzeug ist dargestellt wie im Film. Das ist ganz klar das alle sauer sind vor lauter Hunger!! Na das ist ja nun vorbei. Schön sieht es in Mangsit aus. Auch wenn ich nicht nicht zwischen Hühnern und Ziegen spazieren möchte. Für euch stimmt es und das ist gut so. Der Strand ist aber wirklich ein Traum.Die Sukarare Village sieht auch sehr schön aus. Also das mit dem weben können und heiraten ist so ne Sache. Kochen und Haushalten wäre als Ehefrau auch nicht schlecht. Gut wenn der Michi so weiterhilft mit waschen und so. Dann ist das ja ein klacks. Ich hoffe doch es kommt die Zeit für euch wenn ihr wieder zurück seid.

    Einen dicken Kuss
    Manuela

  • Hoi ihr Weltenbummler
    Sooo viele wunderbare Erlebnisse und Eindrücke, die ihr mit uns teilt. Ich bin mit dem Herzen und Gedanken bei euch.😘

    • Ja, Lombok ist wirklich eine Reise wert: Herzliche Menschen und (noch) nicht zu sehr vom Massentourismus beschädigt.
      Liebe Grüsse in die Schweiz 🙂

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