Legazpi und der Vulkan Mayon

Von Manila fliegen wir nach Legazpi. Mit einem Tricycle (eine Art Töff mit Seitenwagen und Dach, schmaler als ein TukTuk) werden wir zu unserer Unterkunft Jirah’s Inn gebracht. Wir werden sehr freundlich begrüsst und sogleich der ganzen Familie vorgestellt. Unser Zimmer ist klein, sauber und mit eigenem Badezimmer.

 

Michi möchte morgen am aktiven Vulkan Mayon (2462m, “der schönste Vulkan weltweit”) wandern. Wir informieren uns bei unserer Gastgeberin. Sie hat einen Freund, der solche Touren anbietet. Um bis nach oben zu kommen benötigt man 2 Tage. Man kann aber in einer 3 stündigen Tour bis Camp 1 gehen. Gutes Schuhwerk, 1.5 Liter Wasser und 50 Franken für den Guide brauchen wir. Ich finde das zu teuer und sehe den Sinn nicht, einen halben Vulkan zu besteigen. Dennoch willige ich ein.

Los gehts

Um 06.00 Uhr werden wir abgeholt. Bei Freunden unseres Guides (wir haben zwei – wer weiss warum) bekommen wir noch Klebereis im Palmenblatt zur Stärkung. Wir gehen los über schwarzsandigen Grund mit Lavasteinen. Man sieht die Spur, welche der Vulkan 2004 beim Ausbruch hinterlassen hat. Wir hätten Glück. Da es nicht bewölkt ist, sehen wir den ganzen Vulkan vor uns. Rückblickend hätten wir die Wanderung meiner Meinung nach hier abbrechen können, da dies der schönste Teil war. Alles was nun kommt ist nur noch sehr anstrengend und schweisstreibend und lohnt sich – meiner Meinung nach – nicht.

 

Der Aufstieg zum Camp 1

Wir wandern durch tiefen Dschungel, oder genauer gesagt wir rennen fast. Unser Guide ist wohl der philippinische Ueli Steck. Er erzählt uns, dass er den Weg, welchen wir gehen, in 45 Minuten schaffe, wenn er alleine ist. Wir erreichen das Ziel nach 2 Stunden, anstatt der angegebenen 3 Stunden. Der Weg nach oben ist nicht wirklich ein Weg, eher ein Trampelpfad mit diversen Wurzeln und Gestrüpp, welches uns die Beine und Arme zerkratzt. Wir kämpfen uns durch Gras und Schilf, das höher ist als wir. “We sweat like pigs!” Unsere Shirts sind nach kurzer Zeit durchgeschwitzt. Als der Guide in einer Pause sagt, dass es bis zum Ziel “nur” noch 1.5 Stunden dauert, trifft mich fast der Schlag. Es dauerte zum Glück nicht mehr so lange. Wir erreichen Camp 1. Es ist kühl hier oben und neblig. Wir sehen weder nach unten auf Legazpi, noch zum Krater hoch. Bei der “Mayon Lady” zünde ich eine Kerze an, zum Dank, dass wir heil angekommen sind. Und ich meine es diesmal wirklich ernst, ich bin froh haben wir das geschafft.

Fazit

Der Abstieg geht leichter und 1 Stunde später kommen wir am Fuss des Vulkanes an. Mein Fazit 12.31 km und 667 Höhenmeter später: strengste Wanderung, die ich je gemacht habe. Kratzer an Beine und Arme, schweissgebatet, müde Beine… Hat es sich gelohnt? Für mich definitiv nicht! Und nein, es war und ist immer noch kein schönes Gefühl für mich.

Ich bin nicht die super Wanderin, doch hatte ich durchaus auch schon schöne Wandererlebnisse. Dies war definitiv keines davon. Für mich ist immer der Weg das Ziel, aber wenn der Weg nicht schön ist und das Ziel auch nicht, weshalb die Bemühung?

Anm. von Michi: Die Wanderung war, bei den schon früh morgens hohen Temperaturen, ausserordendlich anstrengend. Die Felsenformationen aus Lavagestein sind faszinierend anzuschauen. Schade haben wir den Gipfel von Camp 1 nicht gesehen. Für mich ist die Vorstellung vom Wandern an einem aktiven Vulkan – aus dessen Spitze Rauch aufsteigt – schon etwas Besonderes.

Einladung zum Fest

Wieder zurück bei den Freunden unseres Guides werden wir zum Essen eingeladen. Es ist Fest aufgrund des St. Patricks Days und alle essen zusammen. Wir versuchen zu erfahren, was sich in den diversen Töpfen befindet. Wir schaffen es nicht. Auf dem Teller sehen wir dann, dass neben den “besseren” Stücken auch Innereien Platz finden. Wir probieren, essen dann aber lieber den Reis. Am Abend teilen wir uns eine Pizza und gönnen uns einen Donut als Belohnung.

Legazpi ist ein schöner Ort und die Leute sind sehr freundlich. Sie winken und rufen Hallo, wann immer wir vorbeigehen.

2 Kommentare zu „Legazpi und der Vulkan Mayon

  • Hey ihr Beiden
    Wow so detaillierte Reiseberichte, da ist man auch gleich etwas in den Ferien. Ihr schont euch definitiv nicht um tolle Geschichten zu erleben, weiter so! Etwas Mut und Schweiss gehören wohl dazu, dafür habt ihr auch wieder entspannte Momente, die ihr auskosten könnt. Herzlichen Dank für die Karte. Das freut mein altes Pöstlerherz natürlich. Geniesst es weiterhin in der Ferne und wir sind gespannt auf die nächsten Beiträge.

    Take care & cheers

    • Sali Matt!
      Danke sehr für dein Feeback. Solche lobenden Kommentare aus der Heimat spornen uns natürlich an, weiterhin regelmässig unseren Blog zu füllen.
      Liebe Grüsse von der Insel Malapascua
      Jenny&Michi

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