Inamaluwa und der Pidurangala Rock

Von Trincomalee nach Inamaluwa (ja, wir haben oft geübt, um uns diese Namen einzuprägen) fahren wir mit dem Bus. Laut Google Maps über den Trincomalee Highway, aber Highway ist nicht gleich westlichem Highway. Hier bedeutet Highway wohl einfach eine gerade Strasse auf der man schnell fahren darf, nichts von Autobahn oder Doppelspuren. An der Kreuzung in Inamaluwa hält der Chauffeur und wir steigen aus, ein TukTuk bingt uns zu unserem Homestay Seasons Villa. Wow, wir sind begeistert; die Gastgeber begrüssen uns sehr freundlich, helfen mit dem Gepäck und geben uns gleich Tips, was wir zu welchem Preis unternehmen können. Das Haus ist sauber, blitzeblank, man merkt dass alles noch sehr neu ist und mit viel Liebe gemacht. Wir fühlen uns vom ersten Moment an wohl.

 

Golden Temple

Am Nachmittag gehen wir nach Dambulla um den Golden Temple zu besichtigen. Ein imposanter, riesiger goldener Buddha ragt über unseren Köpfen. An der Seite führt ein steiler Weg zum Rock Temple. Wir besteigen den Fels, auf dem Weg nach oben begegnen wir Äffchen. Die sind gar nicht scheu und spielen am Rand mit ihren Artgenossen. Oben angekommen fragt uns der “Tempel-Türsteher” nach einem Ticket. Ticket?! Haben wir nicht. Er zeigt nach unten, dort können wir “schnell” ein Ticket holen und wieder kommen. Wir entscheiden uns dagegen, da wir scho genug geschwitzt haben beim ersten Aufstieg. Gut zu wissen: für Touristen gibt es wohl einen anderen Eingang als den, den wir genommen haben. Naja, so haben wir wieder Geld gespart. Immerhin haben wir die lustigen Äffchen gesehen und der Ausblick war auch toll.

Pidurangala Rock

Am nächsten Morgen werden wir um 04.30 Uhr abgeholt. Die Gastmutter hat uns extra Sandwiches und einen Tee zum Start in den Tag zubereitet. Wir gehen nach Sigiriya, dem bekannten Felsen mit der Festung darauf. Allerdings haben wir uns entschieden den “Nachbarsfels” Pidurangala Rock zu erklimmen, denn um den Sigiriya zu besteigen bezahlt man ca. CHF 30.- “Eintritt” pro Person. Wir möchten nicht so viel bezahlen um 20 Minuten auf einen Felsen zu kraxeln, auf den man erst ab 07.00 Uhr gehen kann und somit den Sonnenaufgang verpasst.

 

Wir bezahlen knapp CHF 7.- für uns beide und brauchen 20 Minuten für den Aufstieg auf den Pidurangala Rock. Die mitgebrachten Taschenlampen sind nützlich, es ist noch ziemlich dunkel. Oben angekommen essen wir unsere Sandwiches und warten auf den Sonnenaufgang. Nur eine handvoll Menschen sind schon da. Es ist etwas bewölkt, aber die Sonne kommt. Das war ein schöner Ausflug und das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Auf dem Rückweg sehen wir wieder die kleinen Affen, ich mag es diesen lustigen Tieren beim Spielen zu zuschauen. Um 07.00 Uhr sind wir wieder unten und gehen zurück in unser Homestay. Unsere Gastgeber warten schon im Garten auf uns, offerieren uns Milk Tea und freuen sich über ein Gespräch mit uns. Sie helfen uns wo sie können und geben uns Tipps, wie wir am nächsten Tag am besten zum Flughafen kommen. Doch nun brauchen wir noch etwas mehr Schlaf 🙂

Reise zum Flughafen

Und zum Schluss noch die Geschichte wie wir zum Flughafen Colombo kommen: Gestern beschlossen wir, uns einen Fahrer zum Flughafen zu nehmen. Unser Gastvater erklärte uns dann aber, wir können gut den Bus nehmen, es sei “totally easy”. Na gut, wenns so einfach geht machen wir das. Wir müssen nur nach Kurunegala und dort den Bus zum Flughafen nehmen. Um 14.00 Uhr gehen wir los auf den Bus in Inamaluwa (unser Flug nach Kuala Lumpur geht um 23.00 Uhr, wir planen genügend Zeit ein). Wir warten ca. 30 Minuten auf den Bus. Um 16.00 Uhr sind wir in Kurunegala.

Der letzte Bus fahre jetzt, sagen sie. Wir glauben es nicht, wir möchten noch etwas zu Essen kaufen und auf die Toilette gehen. Danach suchen wir den Bus, aber kein Bus ist mit Airport angeschrieben. Wir fragen nach: sie schicken uns zur anderen Seite der Busstation. Dort schicken sie uns dann eine Treppe hoch. Wir schleppen unsere Taschen hoch, hier kennt man keine Rücksicht. Einfach drücken, die Menschen drücken gegen mich, zum Glück finde ich mein Gleichgewicht wieder. Oben angekommen sagen sie uns, der Bus unten fahre zum Flughafen, wir schleppen die Taschen wieder nach unten. Wir sind schon schweissgebadet und mit den Nerven ziemlich am Ende.

Wir fragen besagten Busfahrer. Er sagt, er fahre nicht zum Flughafen. Eine nette Frau kommt zu uns und sagt wenn wir zum Flughafen möchten sollen wir genau hier warten und in den Bus steigen, welcher hier hält. Wir warten. Um 17.45 kommt ein Bus. Wir fragen den Busfahrer, ob er zum Flughafen fährt: Nein, wir sollen auf die andere Seite. Wir gehen auf die andere Seite, kein Bus ist da. Wieder eine Frau die uns anspricht und helfen möchte.

Mit dem Minibus

Es gibt einen Minibus, voll mit Menschen. Der Fahrer sagt wir müssen diesen Bus nehmen. Es gäbe sonst keine Busse mehr. Von der Frau erfahren wir, dass die Minibusse privat sind, die grossen vom Staat und sie wisse nicht, ob noch ein Bus kommt oder nicht, wegen des Vesak Festes. Wir steigen in den vollen Minibus und müssen stehen, die Fahrt dauert dafür “nur” 2 Stunden. Wir stehen zu vorderst, ich übers Gepäck gelehnt, Michi kann sich an einer Stange festhalten. Eine Familie mit Kind möchte aufstehen, damit wir sitzen können, wir verneinen. Die Geste zählt und wird uns in Erinnerung bleiben (auch wenn wir nach spätestens 30 Minuten Fahrt bereuen verneint zu haben, denn in den vollen Minibus steigen noch mehr Leute ein). Die Klimaanlage läuft auf Hochtouren. Ich weiss warum und trotzdem ist es für mich zu kalt, aber ohne würden wir wohl ersticken.

Abschliessend: dieses Erlebnis hätte nicht sein müssen, dafür haben wir wieder eine unglaubliche Geschichte mehr im Repertoire.

4 Kommentare zu „Inamaluwa und der Pidurangala Rock

  • Also die Busfahrt war ja der alles grösste Hammer. Jennifer du könntest ein Buch schreiben über all das was ihr erlebt habt. Deine Erzählungen sind einfach herrlich.

    Wünsche Euch noch ganz viele tolle Erlebnise.
    Manuela

    • Von der Busfahrt bin ich immer noch traumatisiert. Zum Glück hatten wir bis jetzt angenehmere Fahrten, wenn auch nicht mit zu Hause vergleichbar. ÖV im Ausland ist immer ein Kampf 😉 Ende der Reise kann ich den Blog ausdrucken und schon habe ich ein Buch 😉 übrigens ist das 1. Fotobuch über Sri Lanka schon bei Mami zu Hause, falls du mal dort bist 🙂

  • Liebe Jenny, lieber Michi

    habe eure Postkarte erhalten. Vielen Dank. Meine Kühlschranktüre ist jetzt bald voll. Mit Postkarten aus allen teilen der Welt. Die von der Bibi sind einfach herrlich.

    Einen dicken Schmatz
    Manuela

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