Ella Rock auf Irrwegen

Mit dem TukTuk fahren wir 2 Stunden von Tissa nach Ella. Wir wollten den Bus nehmen, aber leider informierte uns niemand darüber, dass der Bus im 2-Stunden-Takt fährt. Wir verpassen den Bus knapp, warten und entscheiden uns dann für ein TukTuk. Eine abenteuerliche, aber auch interessante Fahrt. Vorbei an den bekannten Ravana Wasserfällen, wo wir einen kurzen Fotostopp einlegen. Ich bleibe mit dem Gepäck im TukTuk; Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

 

Ella ist ein kleines Dorf, ziemlich touristisch mit vielen Restaurants und Shops. Unser Hotel – Ella Rock House – ist super: schön, zentral, günstig und das Personal sehr freundlich und hilfsbereit. Im Dorfzentrum gibt sogar einen kleinen Gemüsemarkt. Remo’s Restaurant ist sehr zu empfehlen: klein, freundlich, sauber und mit ausgezeichnetem Localfood.

Ella Rock

Am Tag nach unserer Ankunft beschliessen wir auf den Ella Rock zu wandern. Dauer gemäss Beschreibung: 4 Stunden hin und zurück. Es gibt auch noch den Little Adams Peak, welcher uns aber eher uninteressant erscheint (40 Minuten pro Weg).

 

Um 08:30 Uhr machen wir uns auf den Weg. Im Gepäck 3 Liter Wasser, 2 Mangos, 1 Limette (wir haben gehört, dass es hier eine Art Blutegel gibt, die man mit Limettensaft von der Haut lösen kann)… Natürlich haben wir uns vorgängig über die Route informiert, da hier sicher keine Wanderwege markiert sein werden. Es findet sich auch eine gezeichnete Karte im Netz, welche wirklich hilfreich ist (siehe Gallerie). Klingt machbar. Anscheinend gäbe es auf dem Weg Guides, welche einem den falschen Weg weisen, um danach eine Tour zu verkaufen. Wir schaffens ohne…

Los gehts den Gleisen entlang. Zu Beginn habe ich etwas schiss: was wenn der Zug kommt und wir zu langsam sind? Aber man macht das so, man geht auf den Gleisen. Die Züge fahren hier nur mit 15 km/h und nur etwa alle 2 Stunden, denn es gibt auch nur ein einziges Gleis. Wir finden die Abzweigung wie beschrieben, danach finden wir den weiteren Weg… nicht. Was wir jedoch erst später feststellen. Der Aufstieg wird zum Schluss noch richtig steil und streng. Wir erreichen den Gipfel und werden mit der sagenhaften Aussicht belohnt.

 

Wasserfall?

Es gibt auch einen Aussichtspunkt auf den Wasserfall, welchen wir am Tag zuvor gesehen haben. Wir haben auch gelesen es lohne sich, diese zusätzlichen 10 Minuten Weg auf sich zu nehmen. Wir finden es lohnt sich nicht. Uns wurde auch gesagt, man könne auf der anderen Seite hinunter zum Wasserfall gehen und dann mit dem Bus zurück nach Ella fahren. “Fast wie zu Hause!”, dachten wir -so machen wirs. Voller Freude über den schönen Weg im Eukalyptuswald starten wir den Abstieg; bis der Weg aufhört.

Wir kehren um und fragen einen Einsiedler (der dort im Wald wohnt) nach dem Weg. Er erklärt uns mittels Zeichnung im Sand den Weg. Aha, gut, machen wir. Weiter gehts, falsch, der Einsidler kommt angerannt und geht voran, Barfuss, quer durch den Dschungel, in einem wahnsinns Tempo, ich hetze hinterher. Schwer Schritt zuhalten mit meinen kurzen Beinchen – für Michi kein Problem. Gut, wir gehen weiter bis wir wieder einen Pfad erreichen der weiter nach unten führt. Wir hören den Wasserfall, der Weg hört auf. Ohne Machete – nur mit dem Schweizer Taschenmesser – ist da kein Durchkommen. Müde und verschwitzt entscheiden wir, den ganzen Weg zurück zu gehen und den regulären Abstieg vom Ella Rock nach Ella zu beschreiten. Der erste Schreck: ein Blutegel. Zum Glück nur auf meiner Socke.

Die rettende Kokosnuss

Wir haben noch 0.5 Liter Wasser und treten den schweisstreibenden Aufstieg an. Auf dem Ella Rock gibts einen Wasserverkäufer, der überteuertes Wasser verkauft, unsere Hoffnung. Natürlich ist er nicht mehr da. Immerhin kennen wir jetzt den Weg, denken wir. Wir laufen wieder falsch. Zum Glück, denn dort gibts eine “Beiz”. Endlich meine geliebte Kokosnuss, Wasser und unser erstes Cola. Der Wirt sagt uns, nach Ella gehe es da runter. Wow, so ein schöner Weg! Uns dämmert es: dies wäre der richtige, schöne Aufstieg gewesen.

Wir finden auch den Fehler: gleich nach der Brücke hätten wir links abbiegen sollen, nicht rechts. So wird unsere geplante 4-stündige Wandertour zu einer 7.5-stündigen Wandertour mit nur 30 Minuten Pause. Erleichtert und mit sehr schweren Beinen erreichen wir Ella und gönnen uns als Erstes eine Bein- und Fussmassage beim Lanka Herbal Ayurvedic Treatment Center. Super gut!

Erschöpft schlafen wir heute Abend ein, zum Glück müssen wir morgen “nur” Zug fahren.

2 Kommentare zu „Ella Rock auf Irrwegen

  • Netter Beitrag mit schönen Bildern!
    Dieser Erfahrung können Melissa und ich gut nachempfinden. Versuchten wir doch vor ca. zwei Wochen in Puerto Galera in den Philippinen vom Meer aus den 1’300 Meter über Meer gelegenen Malasimbo zu erklimmen. Mit einem Guide, 6 Liter Wasser, viel Proviant und voller Zuversicht sind wir losgezogen. Die unglaubliche Hitze, die Trampelpfade und die unzähligen Blutegel, die sich an unsere Füsse und Beine hefteten, erschwerten die Wanderung sehr. Etwas unterhalb des Gipfels haben wir uns aufgrund den schweren und teilweise ekligen Rahmenbedingungen entschieden umzukehren. Erleichtert und völlig KO haben wir nach sechs Stunden unsere Lodge wieder erreicht 🙂
    Nach einer solchen Erfahrung schätzt man die traumhaften Wanderwege in der Schweiz umso mehr!!
    Weiterhin tolle Erlebnisse und einen lieben Gruss aus der Schweiz, M&M

    • Vielen Dank euch für den ausführlichen Bericht 👍 Falls wir weiterhin Wanderungen durchführen – u.a. auf den Philippinen – werden wir uns künftig auch für Unvorhergesehenes vorbereiten und einen Extraliter Wasser mitnehmen. Eine ausführliche Planung und/oder Guide ist für Wanderungen in den Tropen wohl notwendig 🤔 …wir verwöhnten Schweizer 😂
      Liebe Grüsse an euch aus Sri Lanka, Jenny&Michi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.